Sargans: “Bei uns sind die Türen offen”

Von Lara Abderhalden
Vielleicht bekommt Sargans ja doch noch ein "World Food Festival".
Vielleicht bekommt Sargans ja doch noch ein "World Food Festival". © Instagram/World Food Festival
Der Veranstalter des “World Food Festivals” wirft der Gemeinde Sargans vor, ohne richtige Begründung die Bewilligung für das Fest entzogen zu haben. Nun spricht Jörg Tanner, der Gemeindepräsident von Sargans.

Herr Tanner, können Sie die Reaktion der Veranstalter des “World Food Festivals” nachvollziehen?
Jörg Tanner: Ein bisschen. Aber wir reden hier von unterschiedlichen Sachen. Die Bewilligung wurde nie erteilt. Es gab ein Gesuch des Veranstalters. Vor der Bewilligung mussten sie uns verschiedene Sachen nachliefern, diese sind nicht oder zu knapp gekommen.

Wann haben Sie die Absage erteilt?
Tanner: So ungefähr drei Wochen vor dem Anlass.

Und da war die Zeit bereits zu knapp?
Tanner: Das Festival hätte beim Bahnhof stattgefunden. Wir mussten die ganzen Busbetriebe umleiten. Das organisiert man nicht einfach innert einer oder zwei Wochen. Wir brauchten mehr Informationen der Veranstalter, sie haben sich bei uns aber nicht mehr gemeldet.

Der Veranstalter sagte, dass die Gemeinde einfach ein Mail geschrieben habe.
Tanner: Wenn man eine telefonische Antwort erwartet und einfach nie jemanden erreicht, schreibt man halt ein Mail. Vielleicht ist es halt mit den Sommerferien einfach unglücklich gelaufen.

Was haben Sie denn konkret vom Veranstalter noch erwartet?
Tanner: Wir konnten nicht erst drei Wochen plötzlich von der Gemeindeseite her nochmals Vollgas geben. Von Seiten der Organisatoren kam zu wenig. Die Feinarbeit, die hat am Ende gefehlt. Wir hatten keinen konkreten Ansprechpartner mehr. Rund um das Thema Sicherheit, immerhin fährt beim Busbahnhof fast alle zehn Minuten ein Bus durch, gab es noch viele offene Fragen.

Sie hatten Sicherheitsbedenken?
Tanner: Die Sicherheit braucht viel Planung. Wenn irgendetwas geschieht, dann haben wir schuld, weil wir die Bewilligung erteilt haben.

Die Organisatoren sagen, dass ihnen hohe Kosten entstanden seien.
Tanner: Wer so einen Anlass organisiert, muss halt ein Risiko eingehen. Wir haben dem Veranstalter geschrieben, dass er die Werbung nicht bringen solle, solange die Bewilligung noch nicht da sei. Hätte er sich früher gemeldet oder auf die Mails reagiert, dann wäre das nicht passiert.

Setzen Sie sich jetzt mit dem Veranstalter zusammen?
Tanner: Wir würden uns über ein solches Festival freuen. Bei uns sind die Türen offen. Ob es etwas bringt, weiss ich nicht. Wenn jemand über die Medien bereits sagt, dass er mit Sargans abgeschlossen habe, habe ich da wenig Hoffnung.

Gab es denn sonst Reaktionen auf die Absage?
Tanner: Hauptsächlich auf Facebook. Dort waren auch einige ganz deftige dabei. Aber wir können das nachvollziehen, wenn man die Hintergründe nicht kennt. Wir können damit leben.

Sie verstehen also die Enttäuschung?
Tanner: Der Veranstalter sprach zu Beginn von rund 70 Ständen am Festival. Am Ende waren es noch knapp 17. Er wollte auch alle lokalen Betriebe einladen, diese haben aber offenbar nie etwas vom Veranstalter gehört. Die Bevölkerung wäre wohl auch bei einer Durchführung enttäuscht worden.


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