Sawiris baut über tausend Stellen in Ägypten ab

Leere Hotelbetten bei Orascom Development Holding von Samih Sawiris führen zu einem starken Stellenabbau (Archivbild).
Leere Hotelbetten bei Orascom Development Holding von Samih Sawiris führen zu einem starken Stellenabbau (Archivbild). © KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
Die in der Hotel- und Immobilienentwicklung tätige Orascom Development Holding muss tausende Stellen abbauen. Das geht aus Aussagen des ägyptischen Oligarchen Samih Sawiris hervor, der Chef, Verwaltungsratspräsident und Mehrheitseigentümer der kotierten Firma ist.

Eine Sprecherin des Unternehmens hat eine Meldung im deutschen “Handelsblatt” vom Montag bestätigt, wonach die Zahl der Hotelgäste insbesondere in Ägypten infolge von Terroranschlägen stark zurückgegangen ist und daher eine Personalreduktion vorgenommen werden müsse.

Hauptsächlich ist der Standort Taba Heights auf der Halbinsel Sinai nahe der israelischen Grenze betroffen. Dort hat Orascom 6 Hotels betrieben, von denen nun 5 Einrichtungen stillgelegt wurden. Die Zahl der Entlassungen soll laut dem Medienbericht bei rund 1500 liegen.

Die Firmensprecherin wollte die genaue Zahl zwar nicht bestätigen, allerdings kommt es zu einem umfassenden Stellenabbau. Rund 700 Angestellte hätten bereits von sich aus gekündigt. Zudem werde derzeit versucht, Teilen der Belegschaft eine Beschäftigung etwa in El Gouna nahe dem Ferienort Hurghada zu ermöglichen, wo Orascom seinen wichtigsten Hotelstandort hat und über rund 2700 Betten verfügt.

Per Ende September hat Orascom Development Holding, die in der Schweiz kotiert ist, rund 8840 Mitarbeiter beschäftigt. Per Ende Juni hatte die Zahl der Angestellten noch bei 9380 Personen gelegen.

Taba Heights, wo Orascom rund 2400 Zimmer betreibt, war bereits 2014 stark von den Unruhen in der Region getroffen worden. Die Auslastungsrate lag lediglich bei 29 Prozent nach 41 Prozent im Vorjahr. Auch Preisreduktionen konnten dabei nicht helfen; der durchschnittliche Zimmerpreis sank von umgerechnet 46 auf nur noch 28 Franken.

Mit dem vermutlich durch einen Terrorakt zum Absturz gebrachten russischen Ferienflieger vor rund vier Wochen und neuerlichen Reisewarnungen hat sich die Situation für ägyptische Tourismusanbieter nochmals deutlich verschlechtert.

Die Gäste aus Russland beispielsweise, die in Taba Heights rund 40 Prozent ausgemacht hatten, bleiben fast vollständig weg. Als Gegenmassnahmen versucht Orascom nun, andere Kundengruppen, wie etwa Deutsche, für die leerstehenden Kapazitäten in Ägypten zu begeistern.

(SDA)


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