Sawiris Orascom schreibt weniger Gewinn

Der ägyptische Investor Samih Sawiris in seinem Hotel "The Chedi" in Andermatt: Höhere Verluste beim Hotelgeschäft in Andermatt und anderen Beteiligungen liessen den Gewinn von Sawiris Konzern Orascom schwinden. (Archiv)
Der ägyptische Investor Samih Sawiris in seinem Hotel "The Chedi" in Andermatt: Höhere Verluste beim Hotelgeschäft in Andermatt und anderen Beteiligungen liessen den Gewinn von Sawiris Konzern Orascom schwinden. (Archiv) © KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
Der Immobilienentwickler und Hotelbetreiber Orascom hat in den ersten neun Monaten den Umsatz um einen Drittel auf 246 Millionen Franken gesteigert. Wegen höheren Verlusten bei Beteiligungen verdiente die Gruppe des ägyptischen Investors Samih Sawiris aber weniger.

Der Nettogewinn nach Minderheitsanteilen schrumpfte auf 3,9 Mio. Franken. Schuld sind vor allem höhere Verluste bei Beteiligungen, insbesondere Andermatt Swiss Alps und Orascom Housing Communities, wie die die Orascom Development Holding (ODH) am Donnerstag mitteilte.

Im Vorjahreszeitraum betrug der Nettogewinn noch 36,4 Mio. Franken. Grund war allerdings ein Einmalgewinn nach der Beilegung eines Rechtsstreits.

Schub verliehen ODH vor allem das Hotel-Segment und der Verkauf von Landparzellen in Ägypten und Montenegro. Im Hotel-Geschäft zogen die Erträge von Januar bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf 92,1 Mio. Franken an. Die Belegungsrate der Zimmer verbesserte sich von 49 auf 54 Prozent.

Schwierigkeiten bereitete Orascom aber die politisch-wirtschaftliche Lage auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel nach Terroranschlägen. Wegen anhaltenden Reisebeschränkungen und einer Erhöhung der Dienstleistungsgebühren und Versorgungstarife wurden in der Destination Taba Heights fünf Hotels geschlossen. Derzeit ist dort lediglich das Sofitel Hotel mit 442 Zimmern in Betrieb.

Der Hotel-Betrieb leidet zudem unter den Effekten der Abwertung des Russischen Rubels. Um mehr lokale und deutsche Kunden zu gewinnen und um die rückläufige Nachfrage aus Russland zu kompensieren, erhöhte OHD die Marketingaktivitäten.

Der Verkauf von Landparzellen, der mit 64,1 Mio. Franken mittlerweile der zweitgrösste Ertragspfeiler der Gruppe darstellt, liess den Gesamtertrag steigen. Im Vorjahr hatten hier 12 Mio. Franken resultiert. Rückläufig entwickelte sich dagegen das Segment Immobilien, wo die Umsätze um 9,0 Prozent auf 55,4 Mio. schrumpften.

Künftig will OHD noch mehr seines Landbesitzes zu Geld machen. Mit der Strategie der Monetarisierung der Landreserven werde fortgefahren, heisst es im Ausblick. Im Immobiliensegment sei im Laufe des vierten Quartals 2015 die Einführung eines neuen Vermietprogramms mit Einheiten am Wasser in El Gouna geplant. Das Projekt werde verkaufbare Einheiten im Betrag von 30 Mio. US-Dollar umfassen.

ODH entwickelt Immobilien in acht Ländern, neben Andermatt in der Schweiz auch in Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien, Oman, Marokko, Montenegro und Grossbritannien. Zudem betreibt das Unternehmen Tourismusanlagen an sieben Destinationen mit total 7541 Hotelzimmern.

(SDA)


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