Gewerkschaften kritisieren SBB-Sparprogramm scharf

Gewerkschaften kritisieren SBB-Sparprogramm scharf
© Keystone/THOMAS HODEL
Dem SBB-Sparprogramm fallen in den nächsten Jahren insgesamt 1400 Stellen zum Opfer. Die Bahn-Gewerkschaften SEV und transfair kritisieren die Einschnitte scharf. Während transfair aufgrund der «technischen und wirtschaftlichen Veränderungen» noch ein gewisses Verständnis für eine Reorganisation zeigt, lehnt der SEV das Programm «als völlig verfehlt» zurück. 

Bedenklich sei weiter, dass die SBB-Spitze auch bei den Schwächsten sparen wolle. Denn sie habe die Vereinbarung mit der Pensionskasse zur Berufsinvalidität gekündigt. Damit werde der Schutz für Mitarbeitende, die ausserhalb der Bahn keine Arbeit mehr finden und aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr eingesetzt werden könnten, massiv abgebaut.

Diesen Leistungsabbau kritisiert auch transfair. Der Personalverband sei besorgt über die Vorgänge, denn sie träfen oft ältere Mitarbeitende, heisst es in einer Mitteilung. Transfair befürchtet ausserdem «personelle Engpässe, Wissensverluste und Arbeitsverdichtungen», die der SBB schaden könnten.

Geradezu absurd sei, dass auch das Arbeitsmarktcenter der SBB selber vom Stellenabbau betroffen sei. Denn es sei zu erwarten, dass das Sparprogramm zu einem Mehraufwand für das Center führen werde.

Transfair sei sich zwar bewusst, dass die Angebote der SBB auch in Zukunft bezahlbar bleiben müssten, um auf dem Mobilitätsmarkt bestehen zu können. Doch um Arbeitsplätze langfristig zu sichern, brauche es Innovationen und Investitionen im eigenen Betrieb.

Die SEV will in den nächsten Wochen in der ganzen Schweiz Versammlungen durchführen und danach das weitere Vorgehen festlegen. «Es wird zweifellos zu Widerstand kommen», wird SEV-Vizepräsident Manuel Avallone in der Mitteilung zitiert.

Bis 2020 will die SBB ihre Kosten um 1,2 Milliarden Franken senken, nicht zuletzt, um die Preise im Personenverkehr stabil zu halten. Diesem Sparprogramm fallen in den nächsten Jahren insgesamt 1400 Stellen zum Opfer.

Die Stellen werden in den Bereichen Administration, Verwaltung und im Betrieb abgebaut. Weil die SBB jedoch im gleichen Zeitraum mit einer Zunahme des Verkehrs rechnet, sollen gleichzeitig 200 Stellen geschaffen werden, vorab beim Zugs- und Reinigungspersonal, wie das Bahnunternehmenan einer Medienkonferenz mitteilte.

Obwohl die SBB darauf verweist, dass sie «dank gesteigerter Wettbewerbsfähigkeit eine sichere Arbeitgeberin» bleibe, bedeutet das in die Zukunft gerichtete Programm, dass die Interessen der Mitarbeitenden gegen jene der Bahnbenutzerinnen und -benutzer abgewogen werden.

(SDA)


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