SBB-Betriebszentrale eingeweiht

SBB-CEO Andreas Meyer lässt sich von einem Spezialisten die Arbeit in der Betriebszentrale Mitte in Olten erklären.
SBB-CEO Andreas Meyer lässt sich von einem Spezialisten die Arbeit in der Betriebszentrale Mitte in Olten erklären. © Mark Theiler, sda
Nach der schrittweisen Inbetriebnahme seit 2014 ist die SBB-Betriebszentrale Mitte in Olten SO am Dienstag nun auch offiziell eingeweiht worden. Von diesem Hightech-Gebäude aus wird der gesamte Bahnverkehr zwischen Basel, Bern, Brugg und Luzern ferngesteuert.

Das sechsgeschossige Bauwerk westlich des Bahnhofes Olten ist eine von vier Betriebszentralen, die den SBB-Bahnverkehr leiten und lenken. Die Betriebszentralen West in Lausanne und Ost in Zürich nahmen ihren Betrieb 2010 auf, die Betriebszentrale Süd in Pollegio TI 2014.

Die Betriebszentrale Mitte ist ebenfalls 2014 schrittweise in Betrieb genommen worden. Derzeit wickelt sie 80 Prozent des Bahnverkehrs in ihrem zugeteilten Gebiet ab. Die Region Luzern kommt in den kommenden Monaten noch dazu.

Betriebszentrale 12 Jahre geplant

Die Betriebszentrale Mitte sei die potenteste ihrer Art, sagte SBB-CEO Andreas Meyer bei der Einweihung am Dienstag in Olten. Die Anlage könne auch einspringen, wenn die anderen Betriebszentralen ausfallen. Die BZ Mitte sei zudem von zentraler Bedeutung für den Nord-Süd-Bahnverkehr durch die Schweiz.

Die Planung und der Bau des 25 Meter hohen und 99 Millionen Franken teuren Gebäudes nahm 12 Jahre in Anspruch. Sämtliche Systeme sind redundant angelegt. Dies gilt vor allem für die Stromversorgung, wo vier Notstromaggregate dafür sorgen, dass die Anlage auch bei einem Ausfall der öffentlichen Stromversorgung oder des SBB-Stromnetzes weiterbetrieben werden kann.

Spezialisten überwachen 190 Bahnhöfe

Herzstück der BZ ist die Kommandozentrale im obersten Stockwerk. Von dort aus überwachen Spezialisten 3000 Signale, 2800 Weichen und 190 Bahnhöfe entlang von 750 Kilometer Streckennetz. In den Einzugsbereich der BZ Mitte gehören auch die vier grossen Bahnhöfe Bern, Basel, Luzern und Olten mit täglich über 400’000 Passagieren.

Das Einzugsgebiet der BZ Mitte ist in die Sektoren Gurten (Region Bern), Mittelland (Kanton Solothurn), Pilatus (Region Luzern), Südbahn (Freiamt), Aare (Kanton Aargau) und Birs (Basel-Stadt und Basel-Landschaft) unterteilt. Die einzelnen Züge werden von Sektor zu Sektor weitergegeben.

Die Aufgaben der Spezialisten umfassen vier Gebiete. Zugverkehrsleiter bedienen die Stellwerke mittels Leittechnik. Disponenten überwachen den Bahnverkehr im zugeteilten Sektor. Dazu kommen Informations-Spezialisten, die von Olten aus die Kundeninformation an den Bahnhöfen steuern sowie Techniker, welche die Bahntechnik und den Bahnstrom überwachen.

Bei grösseren Betriebsstörungen befindet sich in der Mitte der Kommandozentrale eine “Hot Zone”, wo innerhalb von kurzer Zeit die massgebenden Spezialisten versammelt und Koordinatoren bezeichnet werden. Je nach Rolle tragen diese Koordinatoren verschieden farbige Leuchtwesten.

Weniger Mitarbeiter nötig für Betrieb

In den Hauptverkehrszeiten sind in Olten jeweils über 70 Mitarbeitende gleichzeitig im Einsatz. Gesamthaft verfügt die BZ Mitte 350 Stellen. Früher waren für die Abwicklung des Bahnverkehrs im Einzugsbereich der neuen BZ 630 Stellen an 30 Standorten notwendig.

Mit der Konzentration auf vier Betriebszentralen setzt die SBB einen Teil ihres Beschlusses von 2006 um. Früher verfügte jeder Bahnhof ein bedientes Stellwerk. Die Stellwerke befinden sich zwar auch heute noch in den Bahnhöfen, doch bedient werden sie von den Betriebszentralen.

(SDA)


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