SBB testet Erdwärmepumpe für Weichenheizungen

Dank einer Heizung ist diese Weiche schnee- und eisfrei. Die SBB prüft nun, ob zur Heizung der Gleise neu Erdwärme statt Gas oder Strom eingesetzt werden könnte.
Dank einer Heizung ist diese Weiche schnee- und eisfrei. Die SBB prüft nun, ob zur Heizung der Gleise neu Erdwärme statt Gas oder Strom eingesetzt werden könnte. © KEYSTONE/WALTER BIERI
Heizungen, die Weichen vor Vereisungen schützen sollen, werden möglicherweise künftig mit Erdwärme betrieben. Die SBB baut im Mai in Eschenbach LU eine entsprechende Demonstrationsanlage. Erwartet werden Energieeinsparungen von 30 Prozent.

Die SBB hat auf ihrem Streckennetz rund 6800 Weichenheizungen installiert. 37 Prozent der Heizungen werden mit Gas betrieben, 63 Prozent elektrisch. Das Bahnunternehmen sucht nun aber im Rahmen seiner Energiestrategie nach Alternativen.

Wie die Gemeinde Eschenbach am Freitag mitteilte, realisiert die SBB im örtlichen Bahnhof im Mai eine Demonstrationsanlage für eine geothermische Weichenheizung. Die Heizung funktioniere wie in einem Einfamilienhaus über eine Erdsonde und mit einer Wärmepumpe, teilte die SBB auf Anfrage mit. Die Wärme werde dann durch Leitungen zu den Schienen geführt.

In Eschenbach sollen zwei Weiche mit einer Wärmepumpe beheizt werden. Die SBB wählte diesen Bahnhof aus, weil dort die Erneuerung der Propanbehälter der Weichenheizung ansteht und die Rahmenbedingungen stimmen.

Im Ausland werden mit Wärmepumpen betriebenen Weichenheizungen bereits eingesetzt. Die SBB will in Eschenbach herausfinden, ob und wann in der Schweiz mit Wärmepumpen betriebene Weichenheizungen eine Alternative zu den konventionellen Gas- und Elektroheizungen sein könnten.

Für die Demonstrationsanlage erwartet die SBB Energieeinsparungen von rund 30 Prozent. Spätere Anlagen könnten aufgrund der im Test gemachten Erfahrungen aber noch besser abschneiden.

Am mehrjährigen Versuch beteiligt ist das Bundesamt für Verkehr (BAV). Dieses übernimmt einen Teil der auf 450’000 Franken veranschlagten Projektkosten.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen