SBB-Zugbegleiter sollen nicht mehr von “Securitas” begleitet werden

Die Patrouillen der Bahnpolizei sind laut SBB intensiviert worden. Zugbegleiter sollen deshalb künftig nicht mehr von Sicherheitsleuten der "Securitas" begleitet werden (Archivbild)
Die Patrouillen der Bahnpolizei sind laut SBB intensiviert worden. Zugbegleiter sollen deshalb künftig nicht mehr von Sicherheitsleuten der "Securitas" begleitet werden (Archivbild) © KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
Die Zugbegleiter der SBB sollen ab nächstem Jahr in der Nacht nicht mehr von Sicherheitsleuten der “Securitas” begleitet werden. Die SBB will diese Massnahme aufheben. Das Personal äussert sich besorgt.

Der Einsatz von Sicherheitsleuten war 2010 als vorübergehende Lösung eingeführt worden im Hinblick auf die Zusammenarbeit der beiden Zugbegleiter, die jeweils auf den wichtigen Bahnlinien in der Nacht zum Einsatz kommen. Diese Zusammenarbeit wurde 2013 eingeführt. Zudem seien die Kontrollen der Bahnpolizei intensiviert worden, sagte SBB-Sprecherin Roberta Trevisan der Nachrichtenagentur sda zu einem Bericht der Zeitung “Le Matin Dimanche”.

Aus der Sicht der SBB ist das Sicherheitsdispositiv ausreichend. Die Zusammenarbeit mit den Kantonspolizeien sei verstärkt worden, so namentlich durch gemeinsam durchgeführte Aktionen. Auch die Prävention sei verbessert worden: Heute seien die Regionalzüge zu hundert Prozent mit Überwachungskameras ausgestattet.

Der betroffene Zugbegleiterverband (ZPV) äussert sich besorgt über die Pläne der SBB, die aus seiner Sicht einem Rückschritt um 15 Jahre gleichkommen. “Wir befürchten, dass die Aggressionen zunehmen werden, und zwar nicht nur gegenüber dem Bahnpersonal, sondern auch gegenüber den Passagieren”, warnt Pascal Fiscalini, Vizepräsident der Gewerkschaft.

Der SBB-Sprecher äusserte Verständnis für die Sorgen des Personals. Man werde aber auch in Zukunft den Dialog mit den Gewerkschaften fortsetzen und das Sicherheitsdispositiv der jeweiligen Lage anpassen. Ein Zusammenhang mit dem Sparprogramm RailFit20/30, das vor zehn Tagen vorgestellt wurde und mit dem bis 2030 20 Milliarden Franken eingespart werden soll namentlich durch den Abbau von 900 Stellen, wird ausdrücklich verneint.

(SDA)


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