SCB gibt Leaderthron trotz Sieg ab

Luganos Maxim Lapierre erzwingt 24 Sekunden vor Schluss eine Verlängerung gegen Bern
Luganos Maxim Lapierre erzwingt 24 Sekunden vor Schluss eine Verlängerung gegen Bern © KEYSTONE/TI-PRESS/PABLO GIANINAZZI
Bern setzt sich in Lugano in der Reprise des letztjährigen Playoff-Finals 2:1 nach Penaltyschiessen durch. Der neue Tessiner Hoffnungsträger Greg Ireland verlor in elf Tagen nun bereits zwei von drei Spielen, die Lage am Trennstrich bleibt ein Thema.

Die Liga musste den ersten Puckeinwurf in der Resega wegen der nach einem Unfall stundenlang gesperrten Gotthard-Röhre ad hoc um 75 Minuten verschieben. Der SCB-Bus hatte wegen des Staus vor dem Nordportal des Nadelöhrs vor einer Raststätte in der Innerschweiz auf die Tunnelfreigabe warten müssen.

Von den Anreisestrapazen liess sich der Titelhalter indes lange nichts anmerken. Im Vergleich zum Absturz in Zug (0:6) präsentierte sich Bern 59 Minuten lang wieder in normaler Verfassung. Der Leader schirmte seinen fehlerlosen Torhüter Leonardo Genoni weitgehend vorbildlich ab, bis sich er sich in der Schlussminute in Überzahl auf fahrlässige Art und Weise den Ausgleich einhandelte. Maxim Lapierre war 23 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit solo zum 1:1 gesprintet. Im Shootout behob Genoni das Malheur seiner Kollegen; er stoppte sämtliche Offensiv-Künstler der Bianconeri. Auch die zweite Zusatzschlaufe des Abends überstand der SCB schadlos.

Den eigentlichen Mann des Abends haben die Tessiner prophylaktisch schon vor der siebten Heimniederlage geehrt: Julien Vauclair, einer der letzten Saurier, die sich während ihrer ganzen NLA-Karriere im gleichen Klub verwirklichen.

Der jurassische Abwehrspezialist debütierte im Herbst vor 20 Jahren im Sottoceneri und ist inzwischen bei der Klubrekordmarke von 790 Partien auf höchstem Level angelangt, womit er den sechsfachen Meister-Verteidiger Sandro Bertaggia nach fast eineinhalb Dekaden von der Spitze des internen Vereins-Rankings verdrängte.

Lugano – Bern 1:2 (0:0, 0:1, 1:0, 0:0) n.P.

5711 Zuschauer. – SR Vinnerborg/Wiegand, Castelli/Wüst. – Tore: 30. Noreau (Ebbett, Rüfenacht) 0:1. 60. (59:37) Lapierre (Sannitz/Ausschlüsse Brunner, Bürgler; Arcobello) 1:1. – Penaltyschiessen: Krueger -, Fazzini; Bodenmann 0:1, Klasen -, Lasch 0:2; Brunner -, Noreau -; Bürgler -. – Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Lugano, 3mal 2 Minuten gegen Bern. – PostFinance-Topskorer: Klasen; Arcobello.

Lugano: Merzlikins; Furrer,Chiesa; Vauclair, Ulmer; Hirschi, Sartori; Ronchetti; Fazzini, Martensson, Klasen; Bürgler, Zackrisson, Brunner; Walker; Sannitz, Bertaggia; Lapierre, Gardner, Reuille; Romanenghi.

Bern: Genoni; Untersander, Blum; Jobin, Krueger; Noreau, Gerber; Kamerzin, Andersson; Bodenmann, Arcobello, Moser; Hischier, Plüss, Scherwey; Lasch, Ebbett, Rüfenacht; Berger, Reichert, Müller.

Bemerkungen: Lugano ohne Morini, Fontana, Kparghai, Hofmann (alle verletzt), Wilson (überzählig), Bern ohne Kreis, Randegger (beide verletzt), Lugano von 58:14 bis 58:55 ohne Goalie. 60. (59:03) Timeout von Lugano.

(SDA)


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