“Schachtmord”: Es bleibt bei 15 Jahren Haft

Im Strafverfahren zum Tötungsdelikt von Untereggen haben der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft ihre Berufungen zurückgezogen. Damit bleibt es bei der Verurteilung wegen vorsätzlicher Tötung zu 15 Jahren Haft.

Das Kreisgericht Rorschach hat den 53-jährigen Schweizer am 1. April letzten Jahres der vorsätzlichen Tötung schuldig gesprochen und ihn zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren verurteilt. Gegen diesen Entscheid haben die Staatsanwaltschaft und auch der Veruteilte Berufung erklärt. Zudem haben die Eltern und der Bruder des Opfers Anschlussberufung erhoben.

Bei der Berufungsverhandlung im Januar vor dem Kantonsgericht St.Gallen wurde das psychiatrische Gutachten von der Staatsanwaltschaft, den Privatklägern und der Verteidigung kritisiert. Die Strafkammer kam zum Schluss, dass die Kritik berechtigt sei, heisst es in einer Mitteilung des Gerichts. Deshalb wurde ein neues Gutachten angefordert.

“In die Zukunft schauen”

Am 18. März teilte der Mann, der seine Frau getötet und anschliessend in einem Schacht versteckt hatte, mit, dass er seine Berufung zurückziehe und das Urteil akzeptiere. “Er wolle das Verfahren aus Rücksicht auf die gemeinsamen Kinder sowie die Opferfamilie abschliessen und dazu beitragen, dass alle vorwärts in die Zukunft schauen können”, heisst es in der Mitteilung.

Eine Woche später zog auch die Staatsanwaltschaft die Berufung zurück. Das Strafmass sei mit 15 Jahren “gerade noch angemessen”. Mit Blick auf den Wunsch der Kläger, das für die Hinterbliebenen belastende Strafverfahren möglichst abzuschliessen, sei die Staatsanwaltschaft mit der Prozesserledigung einverstanden.

Damit bleibt es bei der Verurteilung des Mannes zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren wegen vorsätzlicher Tötung. Der Abschreibungsentscheid ist noch nicht rechtskräftig.

Leiche in Schacht versteckt

Nach 23 Jahren Beziehung war im Jahr 2011 der grosse Bruch gekommen. Beide Eheleute waren in einer neuen Beziehung, die Trennung stand kurz bevor. In der Nacht auf den 3. Dezember kam es in Untereggen zum Drama: Die Kinder schliefen friedlich, als ihr Vater seine 43-jährige Frau tötete.

Der Mann schlich sich barfuss ins Schlafzimmer seiner Frau und schlug sie mit einem Hammer bewusstlos. Mit einem Plastiksack und zwei Kabelbindern erdrosselte er sie und versteckte die Leiche in einem Schacht neben dem Einfamilienhaus.

Rund drei Wochen nach der Tat wurde im Garten des Einfamilienhauses die Leiche der Frau im zugeschütteten Schacht entdeckt. Nachdem er als Verdächtiger verhaftet worden war, gab der Mann die Tat zu. Der Informatiker sitzt seit März 2012 in vorzeitigem Strafvollzug.
(red.)


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