Schaf-Halter: “Wir werden es schaffen”

Nachdem auf einem Bauernbetrieb in Iselisberg über 200 Schafe an einer Vergiftung gestorben sind, spricht nun der Tierhalter. “Mir geht es gar nicht gut”, sagt Urs Maier.

“Wir konnten es uns nicht erklären. Plötzlich hatten wir drei tote Schafe. Natürlich sind wir sofort ins Tierspital gegangen, um die Ursache zu klären”, sagt Urs Maier. In der Zwischenzeit sind es nicht mehr nur drei tote Schafe. Mehr als 200 sind auf dem grössten Milchschafbetrieb der Schweiz in Iselisberg gestorben. Der Grund: Botulismus, eine Vergiftung durch einen Tierkadaver, der in das Futter gelangt ist.

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Schaf-Halter Urs Maier. (TVO)

Maier: “Wer selbst Tiere hat, kann nachvollziehen, wie es mir geht. Ich fühle mich hilflos. Ich kann nichts ändern und kann nur zuschauen, wie mir die Schafe wegsterben. Ich habe über Jahre mit diesen Tieren zusammengearbeitet, ich kannte jedes Schaf. Ja, es geht mir gar nicht gut.”

“Jeder macht sich Vorwürfe”

Seit er sieben Jahre alt war, hatte Maier Schafe. “Ich lebe für die Schafe. Ich lebe weiterhin für die Schafe. Es wird weitergehen”, sagt der Tierhalter. Er frage sich, was er anders hätte machen können. “Jeder macht sich Vorwürfe. Es war ein blöder Unfall. Mit so vielen Tieren hat man auch eine grosse Verantwortung.” Der Tierbestand auf seinem Hof hat sich durch die Vergiftung von rund 700 auf nur noch 500 Schafe verkleinert.

Grosse Verluste

Über den finanziellen Verlust will Maier noch gar nicht sprechen: “Ich will mir das nicht ausrechnen. Meine Kinder sind gesund, unsere Familie unterstützt sich und ich lebe. Das zählt. Ich bin mir sicher: Wir werden es schaffen.”

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Einen schönen Lichtblick gab es für den Schaf-Halter heute ebenfalls: Zwei kleine Schäfchen sind zur Welt gekommen. “In zwei Jahren werden sie hoffentlich Milch geben”, sagt Maier. Auch wenn es derzeit für Maier nicht rosig aussieht, lässt er keinen Zweifel daran, dass es für ihn weitergeht: “Ich habe keinen anderen Plan. Ich kann nichts anderes, nur Schafe halten.”

(red.)

 


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