Terror in Paris: zwei Tote, sieben Verhaftete

Der mutmassliche Drahtzieher Abdelhamid Abaaoud wird noch in der Wohnung vermutet.
Der mutmassliche Drahtzieher Abdelhamid Abaaoud wird noch in der Wohnung vermutet. © (AP Photo/Francois Mori)
Bei einem Grosseinsatz der französischen Polizei gegen mutmassliche Terroristen im Paris Vorort Saint-Denis sind zwei Verdächtige getötet und sieben Personen festgenommen worden. Der Polizeizugriff wurde nach nahezu sieben Stunden kurz nach 11 Uhr beendet. Nun stürmt die Polizei eine Kirche.

Polizei stürmt eine Kirche in Saint-Denis. Bilder zeigen, wie Polizisten die Tür einschgeschlagen haben. Die Kirche befindet sich in der Nähe der durchsuchten Wohnung.

  Ein dritter Verdächtiger sei nach wie vor in der Wohnung im Pariser Vorort Saint-Denis verschanzt. Dies meldet die Polizei. Die Identität der Toten ist noch unklar. Es gab zwei Festnahmen.

Der Einsatz in Saint-Denis galt dem mutmasslichen Drahtzieher der Anschläge von Paris, dem belgischen Islamisten Abdelhamid Abaaoud. Unklar war aber, ob sich der 28-Jährige tatsächlich in der Wohnung aufhält.

Der mutmassliche Drahtzieher Abdelhamid Abaaoud wird noch in der Wohnung vermutet. (Militant video via AP)

Nach Angaben von Reuters sollen die Verdächtigen in St.Denis einen weiteren Anschlag geplant haben. Die Nachrichtenagentur bezieht sich auf eine anonyme Quelle.

 

Polizisten verletzt

Beim Einsatz kam es zu heftigen Schiessereien. Mindestens drei Polizisten wurden verletzt. Auch Soldaten waren in Saint-Denis im Einsatz, um den Ort zu sichern. Die Anwohner wurden aufgerufen, in ihren Wohnungen zu bleiben. Über dem Gebiet waren Helikopter zu hören. Die französische Polizei sucht mit Hochdruck nach Verdächtigen, die an den Pariser Anschlägen vom Freitag beteiligt gewesen sein sollen. Bei den Attentaten starben insgesamt mindestens 129 Menschen.

Schulen bleiben geschlossen

Nach Angaben des Bürgermeisters von Saint-Denis, Didier Paillard, wurde der öffentliche Nahverkehr in dem Gebiet gestoppt. Die Wohnung liege “im Herzen” von Saint-Denis. Sämtliche Schulen sollen heute geschlossen bleiben. Eine Anwohnerin sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie habe “Schüsse gehört, ‘Bumm’-Geräusche wie Granaten und dann immer wieder Schüsse”.

Weitere Verdächtige flüchtig

Mehrere Medien berichteten am Dienstagabend, dass die Ermittler möglicherweise nach einem zweiten flüchtigen Täter der Attentate von Paris suchen. Augenzeugen und Videoaufnahmen sollen neben Salah Abdeslam ein weiteres Kommando-Mitglied zeigen, das flüchtete. Es sei eine “starke Hypothese”, dass es einen zweiten flüchtigen Attentäter gebe, meldete unter anderen die Nachrichtenagentur dpa am Dienstagabend unter Berufung auf Ermittler. Demnach hätte die Gruppe, die im Osten der Hauptstadt mehrere Bars und Restaurants ins Visier nahm, aus insgesamt drei Attentätern bestanden.

 

 

Das geschah bisher:

Es kam zu heftigen Schiessereien. Die Identität des Opfers war zunächst unklar, es wurde aber in der belagerten Wohnung getötet. Unklar war auch, ob Abaaoud auch tatsächlich in der Wohnung im Pariser Vorort Saint-Denis befand. In der Wohnung sollen sich mehrere Männer verschanzt haben. Bei dem Anti-Terror-Einsatz im Norden von Paris sind zwei Verdächtige zu Tode gekommen. Unter ihnen ist eine Frau, die sich selbst in die Luft sprengte, wie Polizisten am Mittwoch sagten. Ein Verdächtiger sei nach wie vor in der von der Polizei belagerten Wohnung verschanzt. Die Anwohner wurden aufgerufen, in ihren Wohnungen zu bleiben. Über dem Gebiet waren Helikopter zu hören. Der Sender BFMTV berichtete, einige Polizisten seien während des Einsatzes verletzt worden. Auch das Militär steht im Einsatz.

Die Verdächtigen sollen sich in einer Wohnung verschanzt haben. Laut CNN waren mehrere Explosionen zu hören.  Beim Einsatz wurden mehrere Polizisten verletzt. Laut Ermittlern waren unter anderem Polizisten der Eliteeinheit Raid im Einsatz. Unklar ist, ob ein flüchtiger mutmasslicher Attentäter gefasst werden sollte. Laut der französischen Zeitung Le Monde soll es Tote gegeben haben. Die Feuerwehr spricht von einem Einsatz gegen Bewaffnete, die sich in einer Wohnung verschanzt hätten. In Saint-Denis im Norden von Paris befindet sich die Fussballarena Stade de France, die eines der Ziele der Anschläge war. 

   

 


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