Schindler verkauft Liftgeschäft in Japan an Konkurrenz

Nach einem tödlichen Unfall in einem Lift vor zehn Jahren konnte der Aufzugshersteller Schindler in Japan nie mehr wirklich Fuss fassen.
Nach einem tödlichen Unfall in einem Lift vor zehn Jahren konnte der Aufzugshersteller Schindler in Japan nie mehr wirklich Fuss fassen. © KEYSTONE/ALEXANDRA WEY
Der Industriekonzern Schindler verkauft sein Liftgeschäft in Japan an die Konkurrenz Otis, wie der Aufzugshersteller am Dienstag mitteilte. Schindler bleibt vorerst aber noch in Japan vertreten, weil noch Rechtsverfahren am Laufen sind.

Besonders ein tödlicher Unfall vor zehn Jahren beschäftigt den Konzern weiterhin. Bei dem Unfall war ein 16-Jähriger ums Leben gekommen, als er den Lift im 12. Stock verlassen wollte und sich der Aufzug trotz geöffneter Türen weiter nach oben in Bewegung setzte.

Zwar wurde ein Schindler-Mitarbeiter im vergangenen Jahr in dieser Sache nach neunjährigen Verfahren freigesprochen. Doch die Staatsanwaltschaft rekurrierte gegen das Urteil.

Nach dem Unfall stand Schindler in der japanischen Öffentlichkeit während Jahren in der Kritik und erlitt einen Einbruch des Geschäfts. Konstruktionsfehler konnten Schindler nicht nachgewiesen werden. Vor drei Jahren geschah erneut ein Unfall in einem Schindler-Lift in Japan.

Der Verkauf des Japan-Geschäfts erfolgt laut Schindler nun wegen dem insgesamt geringen Marktanteil. Der Konzern führte in Japan nach dem Unfall nur noch Wartungen durch – aus dem Verkauf von Neuanlagen hatte sich Schindler vor rund zehn Jahren zurückgezogen.

Die Arbeitsplätze der lokalen Belegschaft sollen beim Käufer erhalten werden. Der Vollzug der Transaktion wird im Verlaufe dieses Jahres erwartet.

(SDA)


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