Schlachtabfälle für die Calanda-Wölfe

Die Wölfe im Calandagebiet verhalten sich problematisch.
Die Wölfe im Calandagebiet verhalten sich problematisch. © Amt für Jagd und Fischerei Graubünden
Am Calanda sollen zwei Wölfe abgeschossen werden, weil sie den Menschen zunehmend näher kommen. Doch: Sie könnten mit Schlachtabfällen angefüttert worden sein.

Die Kantone St.Gallen und Graubünden wollen zwei Wölfe aus dem Calanda-Rudel abschiessen. Das Rudel verhalte sich “zunehmend problematisch” und komme den Menschen zu nahe. Nun aber offenbaren Recherchen von tagesanzeiger.ch einen Verdacht: Die Wölfe könnten absichtlich angefüttert worden sein. Bewohner von Vättis und der Umgebung sagen, dass es in der Region Jäger gebe, die um ihr Haus herum Füchse anfüttern, um sie bequem vom Fenster aus abschiessen zu können – das lockt offenbar auch Wölfe an.

Gemäss dem Tages Anzeiger wurden unweit von Vättis in jüngster Zeit zwei abgetrennte Schweineköpfe sowie die Schlachtabfälle einer Gams gefunden. Dabei ist es verboten, Schlachtabfälle in der Natur zu entsorgen. Zumindest von Letzterem liegt ein fotografischer Beweis vor. Anwohner hegen zudem den Verdacht, die Lockmittel würden bewusst gestreut, damit es zu einem «Vorfall mit Nutztieren» komme und so die Grundlage für einen Abschuss der Wölfe gelegt werde.

Die Kantone wissen über die angebliche Anfütterung Bescheid. Der Antrag auf Abschuss bleibt bestehen. Demnach müssen Graubünden und St.Gallen je eine Abschussverfügung erlassen und diese öffentlich auflegen. Dagegen können Rechtsmittel ergriffen werden. (red)


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