Schlafentzug wirkt anders auf das Gehirn von Kindern

Gerade Kinder brauchen ausreichend Schlaf: Schlafmangel wirkt anders auf ihr Gehirn als auf das von Erwachsenen und betrifft vor allem Hirnregionen, die noch ausreifen. (Symbolbild)
Gerade Kinder brauchen ausreichend Schlaf: Schlafmangel wirkt anders auf ihr Gehirn als auf das von Erwachsenen und betrifft vor allem Hirnregionen, die noch ausreifen. (Symbolbild) © KEYSTONE/CHRISTOF SCHUEPF
Akuter Schlafmangel erhöht bei Kindern den Bedarf an Tiefschlaf in anderen Hirnarealen als bei Erwachsenen, wie Forschende der Uni Zürich herausgefunden haben. Betroffen sind Hirnregionen, die sich bei den Kindern noch entwickeln und ausreifen.

Bei Schlafmangel erhöht sich bei Erwachsenen der Bedarf an Tiefschlaf besonders im präfrontalen Kortex, der als Steuerungszentrale am Planen und Steuern von Handlungen und am Arbeitsgedächtnis beteiligt ist.

Auch das Gehirn von Kindern reagiert auf verkürzten Schlaf mit einem höheren Bedarf an Tiefschlaf, allerdings in hinteren Hirnregionen, die fürs Sehen und räumliche Wahrnehmung zuständig sind. Das berichteten Forschende der Universität und des Universitätsspitals Zürich kürzlich im Fachjournal «Frontiers in Human Neuroscience», wie die Hochschule am Dienstag mitteilte.

Die Wissenschaftler um Salome Kurth vom Universitätsspital stellten ausserdem fest, dass der Tiefschlafbedarf mit dem Grad der Hirnreifung zusammenhängt. Je ausgereifter das Gehirn der in der Studie untersuchten Kinder war – gemessen durch spezielle Magnetresonanztomografie -, desto mehr ähnelte die Reaktion auf den Schlafmangel der bei Erwachsenen.

Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler gemeinsam mit Kollegen von der University of Colorado Boulder bei 13 gesunden Kindern zwischen fünf und zwölf Jahren die Hirnaktivität während des Schlafs. Die Kinder schliefen während des Tests in ihrem Bett zuhause, gingen bei einer Messung zur normalen Bettzeit schlafen, bei einer zweiten blieben sie jedoch bis spät nachts wach, schliefen daraufhin also nur die Hälfte ihrer normalen Schlafenszeit.

Die Forschenden vermuten, dass die Schlafqualität mitverantwortlich ist, dass sich die neuronalen Verbindungen während der Kindheit und Jugend optimal entwickeln. Entsprechend wichtig sei, während dieser Phase ausreichend zu schlafen, schrieb die Uni Zürich. Gemäss internationalen Richtlinien sollten Kinder zwischen sechs und 13 Jahren pro Nacht neun bis elf Stunden schlafen.

(SDA)


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