Schlagerparade mit einem «Flower-Tower»

Von Vanessa Kobelt
Die Hossamobile fahren dieses Jahr eine neue Route an der Schlagerparade in Chur.
Die Hossamobile fahren dieses Jahr eine neue Route an der Schlagerparade in Chur. © FM1Today/Kevin Suter
Die Schlagerparade Chur ist in neuen Händen: Der Schlagzeuger von «77 Bombay Street», Esra Buchli, hat einiges verändert. Zum Beispiel die Route – zum Ärger der Gastronomen.

Bunte Hüte, grosse Sonnenbrillen, schrille Kleider und Menschen, die zur Schlagermusik tanzen. Schon seit 20 Jahren ist die Schlagerparade Chur ein Publikumsmagnet. «Auch wenn Schlager nicht die eigene Lieblingsmusik ist, an so einem Fest schaukelt man sofort mit und ist fröhlich», sagt Esra Buchli, der neue Präsident des OK-Teams. In genau drei Wochen ist es wieder soweit – und in Chur werden rund 30’000 Musik-Fans erwartet. Doch dieses Jahr wird einiges anders.

Esra Buchli (rechts) mit seinem Bruder Simri Buchli. Sie gehören zur Band «77 Bombay Street». (Bild: KEYSTONE/Martial Trezzini)

Esra Buchli (rechts) mit seinem Bruder Simri Buchli. Sie gehören zur Band «77 Bombay Street». (Bild: KEYSTONE/Martial Trezzini)

Erster Ärger

Die grösste Veränderung an der diesjährigen Schlagerparade ist die Route der Hossamobile – zum ersten Mal fahren sie auf einem anderen Weg durch die Altstadt. Dies sorgt bereits jetzt für Unmut bei einigen Gastwirten. 20 Jahre lang führte die Route an ihren Restaurants und Bars vorbei, brachte ihnen trinkfreudige Gäste und plötzlich ist Schluss damit. «Für diesen Ärger habe ich Verständnis», so Buchli, «trotzdem kann ich nicht auf alle Rücksicht nehmen. Mein Ziel ist es, die Schlagerparty so zu organisieren, dass man nächstes Jahr unbedingt wiederkommen will». Dass die Schlagerparade eine neue Route braucht, war nicht die Idee des neuen OK-Präsidenten, sondern wurde wegen diverser Bauarbeiten in der Stadt Chur in die Wege geleitet. Wo genau sie durchführt, seht ihr auf dieser Karte:

Das ist die neue Route für die Hossamobile an der Schlagerparade Chur.

zVg.

Neben einer neuen Route gibt es dieses Jahr auch neue Schauplätze an der Schlagerparade. «Zum Beispiel bauen wir einen ‹Flower Tower›, von dort aus kann man von oben herab auf die Schlagerparade schauen», sagt Esra.

Heavy Metal oder Jodel

Esra Buchli organisiert die Schlagerparade mit viel Leidenschaft – das hört man, wenn er vom bevorstehenden Fest spricht. Da stellt sich die Frage: Wie kommt ein Folk-Rocker zur Schlagermusik? «In erster Linie geht es mir um das Organisieren an sich. Es könnte auch ein Heavy-Metal- oder ein Jodelfestival sein. Ich liebe es, mich um die Details zu kümmern und, mit Hilfe von Dekoration und Musik, Menschen in eine andere Welt zu entführen.»

Nicht nur «Rotes Gummiboot»

Doch auch für die Schlagermusik kann sich Esra Buchli begeistern, nachdem er sich damit auseinandersetzen musste. «Der alte Schlager hat mich gepackt – er sorgt einfach für gute Vibes.» Über die Wahl des Schlagers an dem Fest in Chur hat sich Buchli viele Gedanken gemacht. «Wenn an jeder Ecke ‹Rotes Gummiboot› läuft, nervt das. Mein Ziel ist es, auch die Entwicklung des Schlagers zu zeigen, von den 80er Jahren bis heute.»

«Wir werden alle eins»

Letztes Jahr ist Esra Buchli das erste Mal selbst auf einem Hossamobil mitgefahren. Zwischen all den gut frisierten Frauen und Männern in Schlaghosen fühlt er sich wohl. «Man verliert die Hemmungen und feiert mit so viel gut gelaunten Menschen ein tolles Fest. Es klingt etwas kitschig – aber an der Schlagerparade werden wir alle eins.» Genau diesen Spirit will Esra Buchli beibehalten – ob ihm dies gelingt, wird sich am 30. September an der 21. Schlagerparade zeigen.

(kov)


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