Schnee im April, Sommer im Oktober

Von Fabienne Engbers
Am 28. April schneite es in der ganzen Schweiz, hier in St.Gallen, zünftig.
Am 28. April schneite es in der ganzen Schweiz, hier in St.Gallen, zünftig. © Tagblatt/Benjamin Manser
Wärmeschübe im Februar und im Oktober, warme Frühlings- und Sommertage und wenig Schnee im Winter. Das Wetter hat auch dieses Jahr für schöne und weniger schöne Überraschungen gesorgt.

Wer erinnert sich nicht mehr an den Schnee im April? Für einige Stunden verwandelte sich die Ostschweiz bis ins Flachland zu einem Winterparadies. Das war aber nicht das einzige Spektakel, das das Wetter heuer bot.

Warmer Frühling und Sommer

Den drittwärmsten Frühling und den drittwärmsten Sommer seit Anbeginn der Messungen im Jahre 1864 haben wir dieses Jahr erlebt. Die Openairs waren vom Wetterglück gesegnet (ausser natürlich das OpenAir St.Gallen) und auch die Sommerlager und Schweizer Feriengäste konnten wunderbares Wetter geniessen.

Auch im Frühjahr war es sehr warm. Bereits früh stieg das Thermometer in die Höhe, was nicht alle freute.

Schnee im April

Nach der vielen Sonne im Februar und im März kam im April der Schnee zurück. Am 28. April schneite es in der ganzen Ostschweiz, in St.Gallen wurden rund 30 Zentimeter Neuschnee gemessen. Dutzende Unfälle wurden an diesem Tag gemeldet, wie FM1Today berichtete. Des einen Leid ist des anderen Freud: Willi Dahinden konnte nach einem schneearmen Winter endlich mit seinen Langlaufskis zur Arbeit fahren.

Katastrophale Ernte dank später Kälte

Mühe mit dem Schnee und der Kälte hatten vor allem die Bauern. Weil es im März und Anfang April verhältnismässig viel zu warm war, begannen die Reben, Obstbäume und Beerensträucher bereits zu blühen. Mit der Kälte Ende April und Anfangs Mai starben diese Blüten ab. Die Schäden der Kälte waren immens – einige Bauern mussten praktisch einen Totalausfall der Ernte verzeichnen. Bei der Familie Gsell in Winden zerstörte der Schnee die gesamte Kirschenplantage. Der Ernteausfall beim Obst zeigte sich auch bei den Mostereien. Die Mosterei Kobelt aus dem Rheintal leidet unter der misslungenen Ernte.

Extrem heisser Sommer

Auf den Kälteeinbruch folgten vor allem im Juni sehr heisse Wochen. Der drittwärmste Sommer seit Messbeginn war 1,9 Grad über der Norm. Heisser waren nur die Sommer 2015 und der Hitzesommer 2003. Der Juli war nicht massiv wärmer als in anderen Jahren, ganz im Gegenteil zum August. Die Sommerhitze kehrte zurück und liess die Schweiz Tag und Nacht schwitzen.

Die warmen Tage und Nächte brachten aber auch Gewitter mit sich. Vom 1. auf den 2. August war dieses besonders heftig, in manchen Teilen der Schweiz wurde ein neuer Niederschlagsrekord gemessen.

Schöner Altweibersommer

Im Oktober, während der Olma, brachte Petrus uns eine Hochdrucklage mit viel Sonne zurück. Es fiel den ganzen Oktober über kaum Regen. Dadurch wurde es aussergewöhnlich trocken in der ganzen Schweiz.

Der Schnee kam im November

Den ersten Schnee verzeichneten wir Anfang November. Heuer ist der Dezember aussergewöhnlich schneereich, auf dem Säntis liegen knapp vier Meter Schnee. Die Skigebiete eröffneten die Saison frühzeitig. Die kleinen Ski-Gebiete im FM1-Land sind froh über die Einnahmen, die ihnen bereits der Dezember bescherte.

Die restlichen Dezember-Tage werden sonnig und warm. Auch in den Bergen herrscht mildes Wetter. Gegen Mitte der nächsten Woche könnte es erneut Niederschlag geben. Weisse Weihnachten gibt es nur in höheren Lagen ab etwa 1200 Meter.


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