Schneesportzentrum auf Eis gelegt

Symbolbild
Symbolbild © HMQ-Gruppe
Eine Bremse für das nationale Schneesportzentrum auf der Lenzerheide: Das Verteidigungsdepartement unter Ueli Maurer will das Projekt verschieben. Das Geld reiche nicht. 

Es ist nach Rechnung des Bundes eine Grossinvestition: Bis zu 85 Millionen wird demnach das Schneesportzentrum kosten. Es soll vor allem für Skilager und Jugend-und-Sport-Kurse dienen und damit wieder mehr Jugendlichen den Zugang zum Schneesport ermöglichen. Für Sportverbände soll es spezifische und moderne Trainingsmöglichkeiten für den Wintersport bieten. Ursprünglich war gedacht, dass ein erster Teil des Zentrums den Betrieb per 2024 aufnimmt, schreibt die “NZZ am Sonntag”.

Kein Geld für die Lenzerheide

Dieses Wintermärchen kommt nun definitiv nicht zustande. Denn das Verteidigungsdepartement (VBS) will das Projekt auf später verschieben. Das Geld reiche nicht aus für alle Projekte, sagt VBS-Chef Ueli Maurer auf Anfrage der “NZZ am Sonntag”. Man müsste Prioritäten setzen. Und diese lägen zur Zeit bei den bereits bestehenden Sportzentren Magglingen und Tenero. Dort bestehe grosser finanzieller Nachholbedarf. Geld für das neue Projekt sei frühestens ab dem Jahr 2023 vorhanden.

Das beste Projekt

Der Kanton Graubünden ist nicht erfreut, aber auch nicht überrascht von diesem Rückzieher. Man kenne die finanzielle Lage des Bundes und habe Verständnis, dass nicht für alle Projekte gleichzeitig Geld vorhanden sei, sagt Andrea Stadler, Projektleiterin im kantonalen Erziehungs- und Kulturdepartement. Der Kanton erwarte aber deshalb umso mehr, dass das Zentrum in zweiter Priorität auch effektiv gebaut werde. Es brauche eine diese Institution zur Sportförderung im Graubünden.

Das Projekt sei das beste, das vorgelegt wurde, und ausserdem viel günstiger als vom Bund berechnet.

Parlament will kleinere Zentren

Definitiv entscheiden wird das Parlament, ob das neue Schneesportzentrum in der Lenzerheide entstehen wird. Aber es sieht nicht gut aus für das Projekt: einer Motion von CVP-Nationalrat Christian Lohr wurde in der grossen Kammer bereits zugestimmt. Diese verlangt, dass mehrere Schneesportzentren in der ganzen Schweiz verteilt entstehen. Denn es sei doch sinnlos, wenn eine Schulklasse aus Genf durch die ganze Schweiz bis in die Lenzerheide fahren müsse, um von der neuen Infrastruktur profitieren zu können.

(red)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen