Schwarzer Mittwoch für den FCSG

0:4 - der FC St.Gallen kriegt von den Zürchern auf den Deckel.
0:4 - der FC St.Gallen kriegt von den Zürchern auf den Deckel. © KEYSTONE/Walter Bieri
Der FC St.Gallen wird von den Stadtzürchern mit 4:0 nach Hause geschickt. Die Leistung der St.Galler war über weite Strecken enttäuschend. In der Verteidigung zu fehleranfällig, im Mittelfeld zu lethargisch und im Sturm zu harmlos, so lautet das Verdikt.

Das Resultat widerspiegelt das Gezeigte nur teilweise. Die Zürcher hätten den FCSG auch mit 7:0 abfertigen können, wären sie in der zweiten Halbzeit nicht derart verschwenderisch mit ihren Chancen umgegangen. Das Team versagte im Kollektiv – einige Spieler waren mental wohl bereits in den Ferien.

Tor

Daniel Lopar: 3.5
Wenn man als Torhüter vier Tore kassiert, sieht man natürlich schlecht aus. Bei drei Gegentoren wurde Lopar von seinen Vorderleuten im Stich gelassen – einzig beim zwischenzeitlichen 2:0 machte der Schlussmann keine gute Figur. Verhinderte mit seinen Paraden jedoch eine noch höhere Niederlage und konnte sich besonders in der Schlussphase einige Male auszeichnen.

Verteidigung

Silvan Hefti: 3.0
Hefti zeigte heute zwar eine kampfbetonte Partie, das war es dann aber auch schon. Verlor viele Zweikämpfe und war mit den schnellen Gegenspielern Dwamena und Marchesano oftmals überfordert.

Yrondu Musavu-King: 3.0
Spielte eine schlechte erste Halbzeit. Begann gut, wurde mit zunehmendem Spielverlauf aber immer wieder von seinen Gegenspielern überlaufen. Sah beim 3:0 sehr unglücklich aus. Wurde in der Halbzeitpause folgerichtig ausgewechselt.

Alain Wiss: 4.0
War der beste defensive Akteur des Abends. Zeigte als einer der wenigen Einsatz und versuchte, sich auch ins Offensivspiel einzuschalten. Hätte die ganze Verteidigung wie Wiss gespielt, wäre die Niederlage nicht derart hoch ausgefallen.

Cedric Gasser: 4.0
Kam nach der Halbzeitpause für Tschernegg. Viel weder auf- noch ab, was eigentlich ein gutes Zeichen ist. Der Super-League-Neuling konnte wertvolle Erfahrungen sammeln und ist ein Versprechen für die Zukunft.

Mittelfeld

Marco Aratore: 3.5
Zeigte auch heute wieder eine ungenügende Leistung. War im Spiel nach vorne besonders im ersten Durchgang ein Aktivposten, verschwand in der zweiten Halbzeit jedoch völlig von der Bildfläche. In der defensiven Absicherung gibt es noch grosses Verbesserungspotential.

Nzuzi Toko: 4.0
Für seinen Einsatz hätte er eine 5.0 verdient. Das war es dann aber auch schon mit den positiven Aspekten seiner Leistung. Konnte im Spiel nach vorne nicht viel bewirken und liess die gewohnte defensive Absicherung nach hinten vermissen. Wenn Toko nicht gut spielt, schwimmt die ganze Abwehr. Das wurde heute augenscheinlich.

Peter Tschernegg: 3.0
War heute mitschuldig an der Höhe der Niederlage. Vernachlässigte im ersten Durchgang die defensive Absicherung aufs Sträflichste. So kam es, dass die Räume zwischen Verteidigung und dem Mittelfeld von den Zürchern gnadenlos ausgenutzt wurden.

Runar Sigurjónsson: 3.5
Zeigte eine kampfbetonte Partie. Seine Fehlpassquote war wie bei seinen Teamkameraden enorm hoch. Seine langen Spielverlagerungen auf die Flügel fanden selten einen Abnehmer. Auch er vernachlässigte die Verteidigungsarbeit.

Yannis Tafer: 3.5
Kam nach der Halbzeitpause für Musavu-King ins Spiel. Konnte jedoch keine Akzente setzen, verlor viele Bälle und brachte kaum Zug nach vorne. In dieser Verfassung definitiv keine Verstärkung.

Andreas Wittwer: 3.5
Über seine Seite ging praktisch gar nichts. Fügte sich nahtlos in die schlechte Mannschaftsleistung ein. Viele seiner Pässe fanden keinen Abnehmer. Wurde in der zweiten Halbzeit in die Verteidigung beordert, wo er seinen Job etwas besser erledigte.

Sturm

Roman Buess: –
Aufgrund der kurzen Einsatzzeit verzichten wir auf eine Bewertung.

Nassim Ben Khalifa: 3.5
Wurde heute praktisch nicht gesehen. War er gegen GC spielentscheidend, stand er heute auf verlorenem Posten und sah praktisch keinen Ball.

Cedric Itten: 3.5
Wurde wie Sturmpartner Ben Khalifa nicht oft gesehen. Wirkte lustlos, was sich in seiner Körpersprache widerspiegelte. Fairerweise muss man auch sagen, dass heute wenig brauchbare Bälle aus dem Mittelfeld kamen.

FM1-Teamdurchschnitt: 3.7

Fazit

Der St.Galler Auftritt war sogar noch dürftiger als gegen GC. Die Spieler wirkten ideenlos und gehemmt. Die Espen wehrten sich kaum gegen diese Niederlage, welche durchaus auch höher hätte ausfallen können. Dieser blutleere Auftritt dürfte eine der schlechtesten Leistungen der laufenden Saison gewesen sein. Hoffen wir, dass sich die Contini-Elf für das Spiel gegen Thun am kommenden Samstag wieder aufrappeln kann. Will man europäisch spielen, müssen drei Punkte her.

(Reto Latzer)


Newsletter abonnieren
8Kommentare
noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel