Schweiz unterliegt den USA trotz klarer Führung

Da war die Welt noch in Ordung. Torjubel  beim Schweizer Team mit Lino Martschini, Reto Suri und Luca Cunti (von links)
Da war die Welt noch in Ordung. Torjubel beim Schweizer Team mit Lino Martschini, Reto Suri und Luca Cunti (von links) © KEYSTONE/PETER SCHNEIDER
Das Eishockey-Nationalteam verliert am Deutschland-Cup in Augsburg gegen die USA mit 4:5 nach Verlängerung. Bis zur 43. Minute haben die Schweizer noch 4:1 geführt.Damit dürfte den Schweizern am Vorbereitungsturnier im Bayerischen der Turniersieg entglitten sein.

Mit einem Sieg über die USA wäre der dritte Turniersieg am Deutschland-Cup nach 2001 und 2007 (jeweils unter Ralph Krueger) in Griffnähe gewesen.

Nur 16 Stunden nach dem kräfteraubenden Spiel gegen Deutschland zeigten die Schweizer eine weitere gute Leistung. Erneut liessen sie sich von einem Rückstand nicht aus der Ruhe bringen. Im zweiten Abschnitt bewerkstelligten Luca Cunti, Gregory Hofmann und Lino Martschini innerhalb von neun Minuten die Wende vom 0:1 zum 3:1. In der 43. Minute erhöhte Gregory Hofmann mit einem verwandelten Penalty sogar auf 4:1. Am Freitagabend gegen Deutschland hatte Hofmann noch eine Penalty-Chance vergeben. Nach dem vierten Goal entglitt den Schweizern aber die Partie.

Brian Connelly verkürzte nur einem Minute nach dem 1:4 mit einem haltbaren Weitschuss auf 2:4. Und in der 53. Minute glichen Ben Hanowski und Casey Wellman innerhalb von nur 27 Sekunden für die Amerikaner aus. Die Schweizer vermochten kräftemässig nichts mehr entgegen zu setzen. Nach drei Minuten der Verlängerung erzielte Chad Billins für die USA das Siegestor zum 5:4.

Trotz der Niederlage offenbarte das Schweizer Team auch im zweiten Spiel in Augsburg wieder viel Positives. Die unerfahrene Auswahl von dieser Woche beweist mit ihren beherzten Leistungen, dass das Spieler-Reservoir in der Schweiz in den letzten Jahren markant angewachsen ist.

Eine Schweizer Stärke am Deutschland-Cup war bislang auch das Überzahlspiel. Wie schon am Freitagabend gelangen den Schweizern auch am Samstag gegen die USA wieder zwei Tore. Für die vier Powerplay-Tore benötigten die Schweizer bloss zehn Überzahlgelegenheiten. Zum Vergleich: An der Weltmeisterschaft in Prag im letzten Frühling unter dem vor einem Monat entlassenen Nationalcoach Glen Hanlon reüssierten die Schweizer in Überzahl bei 30 Chancen nur zweimal.

USA – Schweiz 5:4 (0:0, 1:3, 3:1, 1:0) n.V.

Augsburg. – 3500 Zuschauer. – SR Bauer/Iwert (De), Kohlmüller/Merten (De). – Tore: 25. (24:50) Slater (Ausschluss Billins!) 1:0. 26. (25:45) Cunti (Loeffel/Ausschluss Billins) 1:1. 34. Gregory Hofmann (Frick, Stoop/Ausschlüsse LeBlanc, Zalewski) 1:2. 35. Martschini (Chiesa, Cunti/Ausschlüsse LeBlanc; Loeffel) 1:3. 43. Gregory Hofmann 1:4 (Penalty). 44. Connelly (Broadhurst) 2:4. 53. (52:13) Hanowski (Gilroy, Butler) 3:4. 53. (52:40) Wellman (Blake Kessel, Little) 4:4. 63. (62:56) Billins (Stapleton, Stoa) 5:4. – Strafen: 5mal 2 plus 5 Minuten (LeBlanc) plus Spieldauer (LeBlanc) gegen die USA, 4mal 2 Minuten gegen die Schweiz.

USA: Zapolski; Connelly, Gilroy; Billins, Lofquist; Brennan, Fairchild; Blake Kessel; Burish, Slater, Broadhurst; Stoa, Little, Wellman; Stapleton, Hanowski, Butler; Zalewski, Turnbull, LeBlanc.

Schweiz: Zurkirchen; Loeffel, Leeger; Chiesa, Grossmann; Frick, Stoop; Phil Baltisberger; Martschini, Cunti, Suri; Simon Moser, Praplan, Mottet; Pestoni, Froidevaux, Gregory Hofmann; Künzle, Fuchs, Lammer.

Bemerkungen: Schweiz ohne Benjamin Conz (Ersatztorhüter), Helbling und Walker (beide verletzt). – Timeout Schweiz (52:40). – Torschüsse: USA 47 (14-10-19-4); Schweiz 35 (11-15-9-0). – Powerplay-Ausbeute: USA 0/4; Schweiz 2/5.

Augsburg. Deutschland-Cup. Freitag: Deutschland – Schweiz 2:3 (1:0, 0:2, 1:1). USA – Slowakei 1:0 (0:0, 1:0, 0:0). Samstag: USA – Schweiz 5:4 (0:0, 1:3, 3:1, 1:0) n.V. Deutschland – Slowakei 4:2 (2:0, 2:0, 0:2). – Rangliste (2 Spiele): 1. USA 5. 2. Schweiz 4. 3. Deutschland 3. 4. Slowakei 0. – Weitere Spiele. Sonntag: Slowakei – Schweiz (13.00 Uhr). Deutschland – USA (17.30).

(SI)


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