Schweizer starten mit Niederlage in die WM

Gaëtan Haas der Schweizer Nati im Duell mit dem Kasachen Konstantin Pushkaryov.
Gaëtan Haas der Schweizer Nati im Duell mit dem Kasachen Konstantin Pushkaryov. © KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi
Das Eishockey-Nationalteam leistet sich an der WM in Moskau einen Fehlstart. Die Schweizer spielen vorzüglich, verlieren aber gegen Aufsteiger Kasachstan mit 2:3 nach Penaltyschiessen.

Für die Kasachen war es der erste Sieg an einer A-WM seit zehn Jahren, seit einem nutzlosen 5:0-Erfolg über Slowenien in der Abstiegsrunde der WM 2006. Und die Schweizer erlebten ein “Déjà-vu”. Schon vor einem Jahr verloren sie an der WM in Prag das Eröffnungsspiel gegen Aufsteiger Österreich im Penaltyschiessen (3:4). Damals spielten die Schweizer miserabel. In Moskau muss sich die Mannschaft von Patrick Fischer mit Ausnahme der ungenügenden Effizienz nicht viel vorwerfen lassen.

Die Entscheidung fiel im Penaltyschiessen (nur drei Schützen an internationalen Spielen). Die ersten vier Schützen trafen – für die Schweiz Denis Hollenstein und Lino Martschini. Dann scheiterte Nino Niederreiter. Jewgeni Rymarew konnte den ersten “Matchpuck” für Kasachstan nicht verwerten. Anschliessend brachte Nigel Dawes, einer der drei kurzfristig eingebürgerten Kasachen, mit seinem zweiten verwandelten Penalty in Führung. Und Lino Martschini, der hätte treffen müssen, um die Schweiz im Spiel zu halten, verlor während des Anlaufes die Scheibe.

Die finale Szene passte gut zum Spiel. Der Schweiz fehlte gegen Kasachstan das Glück, welches sie in den letzten Testspielen gegen Lettland und Deutschland überstrapaziert hatte. Alleine im Schlussabschnitt trafen die Schweizer dreimal Pfosten oder Latte.

Die einzigen beiden Schweizer Goals erzielten Samuel Walser in der 15. Minute (1:0) und Denis Hollenstein in der 53. Minute (2:2). Hollenstein realisierte bloss 91 Sekunden nach dem zweiten kasachischen Goal den Ausgleich.

Mit nur einem gewonnenen Punkt gegen ein Team, welches seit zehn Jahren an der A-WM kein Spiel mehr gewonnen hatte, starteten die Schweizer klar unter den eigenen Erwartungen ins Turnier. Leistungsmässig müssen sich die Schweizer aber nicht viel vorwerfen. Sie dominierten die Partie mit 51:26 Torschüssen.

Schon vor einem Jahr startete das Schweizer Team mit einer Niederlage gegen einen Aufsteiger (Österreich) miserabel ins WM-Turnier. Damals erreichten die Schweizer trotzdem noch die Viertelfinals.

Kasachstan – Schweiz 3:2 (0:1, 1:0, 1:1, 0:0) n.P.

Moskau. – 7500 Zuschauer. – SR Gofman/Iverson (RUS/CAN), Chartrand-Piche/Lederer (CAN/CZE). – Tore: 15. Walser (Diaz, Andrighetto) 0:1. 31. Sawtschenko (Ausschluss Puschkarjow!) 1:1. 51. Startschenko (Rymarew/Ausschluss Diaz) 2:1. 53. Hollenstein (Félicien Du Bois, Ambühl/Ausschluss Chudjakow) 2:2. – Penaltyschiessen: Hollenstein 1:0, Dawes 1:1; Martschini 2:1, Startschenko 2:2; Niederreiter – (gehalten), Rymarew – (gehalten); Dawes 2:3, Martschini – (verliert Puck). – Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Kasachstan, 3mal 2 Minuten gegen die Schweiz.

Kasachstan: Kolesnik; Tryassunow, Semjonow; Sawtschenko, Lipin; Korabejnikow, Lakisa; Lobanow, Kairow; Bochenski, Boyd, Dawes; Rymarew, Iwanow, Startschenko; Puschkarjow, Chudjakow, Krasnoslobodzew; Schin, Solarjow, Panschin.

Schweiz: Berra; Yannick Weber, Grossmann; Félicien Du Bois, Blum; Diaz, Blum; Schneeberger; Walker, Trachsler, Dino Wieser; Martschini, Hollenstein, Ambühl; Niederreiter, Gaetan Haas, Simon Moser; Andrighetto, Walser, Grégory Hofmann; Marc Wieser.

Bemerkungen: Schweiz ohne Robert Mayer (Ersatztorhüter), Zurkirchen, Christian Marti und Schäppi (alle überzählig). – Dawes verschiesst Penalty (10.). – Pfosten-/Lattenschüsse: Haas (46.), Diaz (52./Latte), Weber (56.). – Timeouts: Schweiz (63.); Kasachstan (62.). – Schüsse: Kasachstan 26 (9-10-4-3); Schweiz 51 (15-22-11-3). – Powerplay-Ausbeute: Kasachstan 1/3; Schweiz 1/4 (ein Shorthander kassiert).

(SDA)


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