Schweiz verliert 1:5 gegen Russen

Owetschkin kommt im ersten Spiel an der WM in Moskau gegen die Schweiz zu einem Assist.
Owetschkin kommt im ersten Spiel an der WM in Moskau gegen die Schweiz zu einem Assist. © KEYSTONE/EPA/SERGEI ILNITSKY
An der WM in Russland geht das Schweizer Bangen um die Viertelfinalqualifikation weiter. Die Schweizer verlieren gegen Russland 1:5. Simon Moser trifft für die Schweiz 76 Sekunden vor Schluss.

Trotz der Niederlage, und obwohl der einzige Torerfolg zum 1:4 erst spät gelang, stimmte die Schweizer Leistung halbwegs zuversichtlich. Gegen Schweden am Pfingstsonntagabend und am Dienstag gegen Tschechien liegt mit einer ähnlichen Performance und vergleichbarem Engagement womöglich mehr drin. Die Schweizer müssen davon ausgehen, in den letzten beiden verbleibenden Vorrundenpartien zwei Punkte holen zu müssen, um die Viertelfinals zu erreichen.

Gegen Russland stand ein Punktgewinn nicht lange zur Diskussion. Der WM-Gastgeber, inspiriert durch das erstmalige Mittun der NHL-Stars Alexander Owetschkin, Jewgeni Kusnezow und Dimitri Orlow (alle von den Washington Capitals), dominierte die Schweizer deutlicher, als man aufgrund des Schlussergebnisses meinen könnte. Nach dem 2:0 durch Jewgeni Kusnezow in der 29. Minute suchte die russische “Sbornaja” weitere Goals nicht mehr mit letzter Konsequenz. Die Russen übertrieben zuweilen das Kombinieren. Erst in den letzten Minuten wurde das Skore von 2:0 auf 5:1 nochmals in die Höhe geschraubt.

Das wichtige erste Tor gelang Ivan Telegin für Russland schon nach fünf Minuten. Die Schweizer reklamierten wegen dieses Gegentreffers mit Vehemenz. Telegin stürzte in Goalie Reto Berra und behinderte den Schweizer Keeper, ehe der Russe den Puck, der beim Pfosten liegengeblieben war, hinter die Torlinie drückte. Die Referees anerkannten das Goal ohne Videostudium trotzdem. Und der Entscheid war richtig: Telegin rutschte in Berra, weil Yannick Weber den Russen zu Fall gebracht hatte. Dem ersten Gegentor war ausserdem ein blinder Fehlpass von Samuel Walser vorausgegangen.

Russlands zweites Tor war die Folge einer brillanten Einzelleistung von Jungstar Jewgeni Kusnezow. Kusnezow liess sich von den Verteidigern Weber und Christian Marti nicht aufhalten und skorte letztlich in Baseball-Manier aus einer Position hinter dem Tor.

Der vorentscheidende zweite russische Treffer fiel unmittelbar nach der stärksten Schweizer Phase. Patrick Geering (27.) und Sven Andrighetto (28.) besassen innerhalb einer Minute zwei Möglichkeiten zum 1:1-Ausgleich. Eine halbe Minute später lag der Puck auf der anderen Seite im Netz.

Viele gute Abschlussmöglichkeiten vermochten sich die Schweizer indessen trotz offensiver Ausrichtung nicht zu erspielen. Im ersten Abschnitt bot sich eine Möglichkeit während zwei Minuten in Überzahl gegen einen unvorbereiteten russischen Goalie. Ilja Sorotschkin musste 140 Sekunden lang für Sergej Bobrowski vor das russische Tor, weil Bobrowski unerlaubterweise für eine Trinkflasche an die russische Bande gefahren war. Wegen des gleichen Fehlers hatte gegen Dänemark Reto Berra für einen Shift (bis zum nächsten Spielunterbruch) für Robert Mayer Platz machen müssen.

Eine enorme Steigerung gelang den Schweizern im Vergleich zu den ersten vier WM-Partien im Unterzahlspiel. Russland spielte acht Mal Powerplay, meist mit Owetschkin, dem stärksten Powerplay-Spieler der NHL, brachte aber kein Tor zu Stande. In den ersten vier WM-Partien hatten die Russen in 40 Prozent aller Überzahlchancen ein Goal erzielt.

Russland – Schweiz 5:1 (1:0, 1:0, 3:1)

Moskau. – 12’100 Zuschauer (ausverkauft). – SR Jerabek/Rantala (CZE/FIN), McIntyre/Sefcik (USA/SVK). – Tore: 6. Telegin (Ljubimow) 1:0. 29. Kusnezow (Owetschkin) 2:0. 49. Telegin (Ljubimow) 3:0. 56. Schirokow (Saizew) 4:0. 59. Simon Moser (Yannick Weber, Niederreiter) 4:1. 60. Mosjakin (Dazjuk, Sannikow) 5:1. – Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Russland, 8mal 2 plus 10 Minuten (Grossmann) gegen die Schweiz.

Russland: Bobrowski (17:07 – 19:27 Sorokin); Woinow, Jemelin; Saizew, Martschenko; Orlow, Antipin; Below; Burmistrow, Kusnezow, Owetschkin; Dadonow, Schipatschjow, Panarin; Sannikow, Dazjuk, Mosjakin; Ljubimow, Kalinin, Telegin; Schirokow.

Schweiz: Berra; Schneeberger, Blum; Geering, Félicien Du Bois; Yannick Weber, Christian Marti; Grossmann; Marc Wieser, Walker, Dino Wieser; Niederreiter, Trachsler, Simon Moser; Andrighetto, Schäppi, Grégory Hofmann; Ambühl, Walser, Hollenstein.

Bemerkungen: Schweiz ohne Robert Mayer (Ersatztorhüter), Diaz (verletzt), Martschini und Zurkirchen (beide überzählig). – Schüsse: Russland 38 (16-11-11); Schweiz 35 (12-9-14). – Powerplay-Ausbeute: Russland 0/8; Schweiz 0/3.

(SDA)


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