Schweizer Biathleten wollen Fehlstart vergessen machen

Die Schweizer Rückkehrerin Selina Gasparin konnte nach ihrer Babypause noch nicht überzeugen
Die Schweizer Rückkehrerin Selina Gasparin konnte nach ihrer Babypause noch nicht überzeugen © KEYSTONE/EPA/ANTONIO BAT
Dem Schweizer Biathlon-Team ist der Prolog zur Weltcupsaison mit den Mixed-Staffeln am letzten Sonntag in Östersund (Sd) missglückt. In den ersten Einzel-Wettkämpfen will man wieder den Tritt finden.

Die Einzel – so lautet der Name dieser Disziplin – vom Mittwoch (Männer 20 km) und Donnerstag (Frauen 15 km) gelten als schiesslastige und somit heikle Disziplin. Für einen Fehlschuss wird eine Minute zur Laufzeit addiert. Die Biathletinnen und Biathleten drehen keine Strafrunden, die nur mit rund 25 Sekunden zu Buche schlagen. Die Teamleader Benjamin Weger und Selina Gasparin wären mit ihren Schiessleistungen vom Wochenende chancenlos gewesen.

“Ich will nun einen soliden Start sehen, es geht noch nicht um Top-Platzierungen”, sagt Armin Auchentaller (It). Der Frauentrainer weiss, dass seine Schweizer Mannschaft Potenzial hat. “Wir wollen zuerst die Sicherheit finden, um uns dann auf die Saisonhöhepunkte hin zu steigern.” Dies trifft insbesondere auf Selina Gasparin zu, die nach ihrer Babypause in den Weltcup zurückkehrte. Am Sonntag lief die Bündnerin als Startläuferin gleich an der Spitze des Feldes, traf danach aber liegend kaum ins Schwarze. Eine Runde später im Stehend-Anschlag fielen bei der Olympia-Zweiten dann alle Scheiben.

Ihre Schwester Elisa Gasparin, die beste Schützin im Schweizer Frauenteam, muss zum Auftakt passen. Bei ihr stellten sich durch Überbelastung gesundheitliche Probleme ein. Sie plant, bei der zweiten Weltcupstation in Hochfilzen (Ö) einzusteigen. Die Juniorin Lena Häcki gilt als grosses Versprechen für die Zukunft. Ihr Potenzial hatte sie bereits im vergangenen Winter angedeutet. Die 20-jährige aus Engelberg muss sich noch im Schiessstand steigern, um regelmässig in die Top 20 zu laufen. Ihre Leistung am Sonntag war sehr ermutigend.

Bei den Männern kam Weger gut durch den Sommer. Mit sechs Top-Ten-Klassierungen im vergangenen Winter hatte er den Anschluss zu den Besten wieder hergestellt. Spürt er in Östersund, dass er läuferisch mithalten kann, dürfte sich das auch positiv auf seine Schiessleistungen auswirken. Für Jeremy Finello und Serafin Wiestner, die beim Opening trotz drei Nachladern Strafrunden drehten, wären makellose Schiessserien besonders wichtig für die Moral.

WM in Oslo

Im Gegensatz zu den Nordischen tragen die Biathleten auch in diesem Winter Weltmeisterschaften aus. Anfang März in Oslo erwartet Swiss-Ski von den Cracks Top-8-Klassierungen sowie Top-10-Klassierungen mit den Staffeln. Im Weltcup lautet die Vorgabe an die Mannschaften, sich unter den besten zehn Nationen zu etablieren. Für die Männer bedeutet dies das Halten des Erreichten, bei den Frauen wird dank der Rückkehr von Selina Gasparin eine Leistungssteigerung erwartet.

Der grosse Gejagte im Weltcup heisst einmal mehr Martin Fourcade, der auf seinen fünften Gesamtsieg in Folge losgeht. Am Wochenende verzichtete der Franzose auf die Mixed-Wettkämpfe und trat stattdessen beim Langlauf-Weltcup in Kuusamo (Fi) an. Als erste Herausforderer von Fourcade gelten die Norweger, die aber mit den Bö-Brüdern, Emil Hegle Svendsen und dem Altmeister Ole Einar Björndalen vor allem ihre Heim-WM im Fokus haben dürften, sowie das russische Team.

Bei den Frauen fehlt mit Daria Domratschewa eine der bestimmenden Athletinnen der vergangenen Jahre. Die am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankte Weissrussin lässt die gesamte Saison aus.

(SI)


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