Schweizer Curler an der WM vor dem Out

Skip Sven Michel kämpft an der WM bis zuletzt
Skip Sven Michel kämpft an der WM bis zuletzt © KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS
Nach einem 6:7 nach Zusatz-End gegen Dänemark und einem 6:3-Sieg gegen Russland verspielen die Schweizer Curler um Skip Sven Michel an der WM in Basel praktisch alle Chancen auf das Weiterkommen.

Die Aussichten, die Playoffs der besten vier Teams zu erreichen, sind für Simon Gempeler, Enrico Pfister, Marc Pfister und Skip Sven Michel vom CC Adelboden nur noch sehr theoretisch. Sie müssten zum Abschluss der Vorrunde die Titelfavoriten Norwegen und Kanada bezwingen und zugleich darauf hoffen, dass sich in etlichen anderen Spielen die Aussenseiter durchsetzen.

Einiges ausrichten können die Schweizer in jedem Fall in der Qualifikation für die Winterspiele 2018 im südkoreanischen Pyeongchang. Die WM in Basel sowie die nächstjährige WM in Edmonton bilden die Olympia-Qualifikation, nach der sich die besten sieben Nationen nach Rangpunkten der beiden WM-Turniere einen direkten Startplatz sichern. Die Schweizer müssen in Basel also alles daran setzen, mit einer möglichst guten Schlussklassierung abzuscheiden. Schon der 6. Platz unter den zwölf Teams wäre wesentlich mehr wert als beispielsweise der 9. Platz. Vor diesem Hintergrund müssen die Schweizer Meister in der St. Jakobshalle bis zuletzt kämpfen, auch wenn die WM-Medaillen ausser Reichweite geraten sind.

Sven Michel liess gegen die Dänen in verschiedenen Situationen recht risikoreich spielen, was sich schon im 2. End nicht auszahlte, als die von Rasmus Stjerne angeführten Dänen einen Stein zum 1:0 stahlen. Diesem geringen Rückstand jagten die Schweizer in der Folge vergeblich nach. Die Vorentscheidung brachte ein dänisches Zweierhaus zum 6:4 im vorletzten End. Die Schweizer konnten zwar noch ausgleichen, aber die Dänen nutzten den Vorteil des letzten Steins im Zusatz-End souverän.

Ende 2014 stiegen die Dänen ohne die erfahrene Nummer 3 Johnny Frederiksen in die B-Division der Europameisterschaft ab, wodurch sie die WM 2015 verpassten. Dank Frederiksens raschem Comeback stiegen sie bei der ersten Gelegenheit wieder auf. Heute gehören sie wie davor der erweiterten Weltspitze an. Eine WM-Medaille hat Rasmus Stjerne in drei Anläufen allerdings noch nicht gewonnen. Je einmal EM-Silber und EM-Bronze sind seine besten Leistungsausweise.

Nach der Enttäuschung im Match gegen Dänemark hielten sich die Schweizer im Abendspiel mit einem ungefährdeten Sieg gegen Russland schadlos. Noch vor der Spielhälfte sorgten sie gegen die von Alexej Zelusow angeführten Russen mit einem Zweierhaus und einem gestohlenen Zweier zur 5:1-Führung für die Vorentscheidung.

Die russische Delegation war nicht mit dem Team des stärkeren Skips Alexej Stukalski nach Basel, sondern mit der nominell zweiten Formation um Skip Alexej Zelusow. Dem Vernehmen nach hatten Stukalski und seine Spieler im letzten Jahr das seit heuer auf der Dopingliste stehende Medikament Meldonium eingenommen, sodass sie an der WM in einer Dopingprobe hätten hängenbleiben können.

(SDA)


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