Schweizer Männer leben am längsten

Schweizer Senioren können sich im internationalen Vergleich auf viele "geschenkte Jahre" freuen. (Symbolbild)
Schweizer Senioren können sich im internationalen Vergleich auf viele "geschenkte Jahre" freuen. (Symbolbild) © KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Schweizer Männer haben neu die längste Lebenserwartung weltweit. Die Schweizerinnen rutschten vom zweiten auf den sechsten Rang ab. Angeführt wird das Klassement von den Japanerinnen. Weltweit hat die mittlere Lebenserwartung allein zwischen 2000 und 2015 um fünf Jahre zugenommen.

Trotz diesem “dramatischen Anstieg” bestünden weiterhin grosse Unterschiede in und zwischen den einzelnen Ländern, schreibt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Statistikbericht 2016.

Im Jahr 2015 geborene Schweizer können gemäss WHO damit rechnen, 81,3 Jahre alt zu werden. Das sind über zwölf Jahre mehr als der Durchschnittsmann weltweit (69,1). 2012 war die Rangliste noch von den Isländern angeführt worden. Am unteren Ende der Skala finden sich aktuell die Knaben aus Sierra Leone, die im Mittel nur 49,3 Jahre zu leben haben.

Schweizerinnen lassen nach

Auch bei den Frauen belegt das westafrikanische Land mit 50,8 Jahren den letzten Platz. 36 Jahre länger dauert die Lebenserwartung der Japanerinnen. Diese haben trotz einem leichten Rückgang mit 86,8 Jahren weiterhin die Nase vorn. Der weltweite Schnitt beträgt beim weiblichen Geschlecht 73,8 Jahre.

Schweizerinnen hatten sich 2012 noch den zweiten Rang mit den Spanierinnen geteilt. Unterdessen wurden sie von den Mädchen aus Singapur, Spanien, Südkorea und Frankreich überholt. Heute kommen sie auf 85,3 Jahre.

Beide Geschlechter zusammen genommen, hat die Schweizer Bevölkerung mit 83,4 Jahren weltweit die zweithöchste Lebenserwartung hinter den Japanern (83,7). Der globale Durchschnitt beträgt 71,4 Jahre. Die Kluft zwischen Männern und Frauen hat abgenommen, dies vor allem wegen eines Rückgangs riskanter Verhaltensweisen.

Die jüngste Zunahme der Lebenserwartung, die kräftigste seit den 1960er Jahren, wurde von WHO-Statistikdirektor Ties Boerma in erster Linie auf die geringere Kindersterblichkeit zurückgeführt. Dazu beigetragen hätten auch die Millenniums-Entwicklungsziele und der Kampf gegen Tuberkulose und Malaria.

Nur von 70 Staaten regelmässige Daten

Von den Fortschritten konnten aber nicht alle gleichermassen profitieren, wie die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan in Genf bedauerte. In den 29 reichsten Ländern übersteige die durchschnittliche Lebenserwartung 80 Jahre, während sie in 22 Staaten südlich der Sahara unter 60 Jahren verharre.

Neben dem Auseinanderklaffen bei der Lebensspanne beklagt die WHO auch das Fehlen wichtiger Basisdaten, um die Gesundheit der Menschen sicherzustellen. So listet der Statistikbericht auf, dass weltweit 53 Prozent der Todesfälle nicht amtlich registriert werden. Die Fortschritte dazu seien in den Entwicklungsländern relativ gering.

Laut WHO gibt es nur von 70 Staaten regelmässig Daten über die Mortalität nach Geschlecht, Alter und Todesursachen. Diese Daten seien aber erforderlich, um mehr als ein Dutzend der nachhaltigen Entwicklungsziele zu verfolgen, heisst es im Report.

(SDA)


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