Schweizer Reisende zieht es nach Deutschland

Ein Sonnenbad vor dem Reichstagsgebäude in Berlin. Wenn Schweizer Touristen auf Städtereisen gehen, dann führen diese am häufigsten in die deutsche Hauptstadt. (Archiv)
Ein Sonnenbad vor dem Reichstagsgebäude in Berlin. Wenn Schweizer Touristen auf Städtereisen gehen, dann führen diese am häufigsten in die deutsche Hauptstadt. (Archiv) © Keystone/EPA/WOLFGANG KUMM
Schweizer Touristen haben Deutschland im vergangenen Jahr zu einem Tourismusboom verholfen. Mit einem Übernachtungsplus von 8,4 Prozent war die Schweiz nach Spanien der zweitgrösste Wachstumsmarkt.

Damit ist die Schweiz überdurchschnittlich an der Zunahme der Übernachtungen von ausländischen Touristen in Deutschland beteiligt. Nach offiziellen Zahlen aus Deutschland lag die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste 2015 um rund 4 Millionen über dem Vorjahr. Das ist ein Zuwachs von 5,4 Prozent.

Die Rangliste der Wachstumsmotoren für den deutschen Tourismus mit ausländischen Gästen führt Spanien mit 517’000 zusätzlichen Übernachtungen an, wie die Deutschen Zentrale für Tourismus am Mittwoch zum Auftakt der Internationalen Tourismusbörse in Berlin mitteilte. Auf Platz Zwei folgt die Schweiz mit einer Zunahme von 492’000 Übernachtungen vor Grossbritannien (plus 382’000) und den Niederlanden (plus 176’000).

Mit beinahe 80 Millionen internationalen Übernachtungen weist der deutsche Tourismus für das Jahr 2015 das sechste Rekordergebnis in Folge aus. Dabei kam rund jeder zwölfte ausländische Tourist aus der Schweiz. Mit insgesamt 6,6 Millionen Übernachtungen sind die Eidgenossen die zweitwichtigste internationale Touristengruppe in Deutschland.

Den Spitzenplatz behaupten die Niederlande: Mit 11,2 Millionen Übernachtungen sind sie der mit Abstand wichtigste Markt. Platz Drei belegen die USA, in den Top-Ten die einzige Touristennation ausserhalb von Europa. Danach folgen Grossbritannien, Italien und Österreich.

Der Anstieg von Schweizer Touristen in Deutschland ist kein kurzfristiges Phänomen: Seit 2005 hat sich deren Zahl gemessen an den Übernachtungszahlen um 90 Prozent erhöht. Deutschland ist heute vor Italien, Frankreich und Spanien das beliebteste Reiseziel der Schweizer.

Zuoberst in der Gunst stehen Destinationen in Baden-Württemberg mit einem Anteil über 36 Prozent, gefolgt von Bayern mit 23 Prozent und Berlin mit 10 Prozent, wie Zahlen aus dem Jahre 2014 zeigen. Die beliebtesten Städtereisen führen nach Berlin, München und Hamburg.

Durchschnittlich verbringen Schweizer 4,5 Nächte in Deutschland. Die täglichen Ausgaben belaufen sich auf rund 140 Euro. Gemäss einer früheren Umfrage der Deutschen Zentrale für Tourismus schätzen Schweizer am Reiseland Deutschland vor allem die schnelle Erreichbarkeit, die historischen Sehenswürdigkeiten sowie das Kultur-und Veranstaltungsangebot.

Ferner schätzten Schweizer an Deutschland das qualitativ hochwertige Angebot, die sehr gute Infrastruktur sowie das hervorragende Preis-Leistungsverhältnis. Darüber hinaus führte der starke Franken ab Mitte Januar 2015 dazu, dass dank gesteigerter Kaufkraft für die Schweizer die Nachbarländer attraktiver wurden.

(SDA)


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