Im Winter könnte der Strom knapp werden

"Angespannte" Lage im Schweizer Stromnetz: Zu einem totalen Ausfall dürfte es aber nicht kommen. (Symbolbild)
"Angespannte" Lage im Schweizer Stromnetz: Zu einem totalen Ausfall dürfte es aber nicht kommen. (Symbolbild) © KEYSTONE/SIGI TISCHLER
Die Stromnetz-Betreiberin Swissgrid warnt vor Energie-Engpässen in diesem Winter: Weil die Kernkraftwerke Beznau 1 und 2 ausser Betrieb sind und im Sommer und Herbst wenig Regen fiel, sind die Reserven knapp. Einen totalen Ausfall dürfte es aber trotzdem nicht geben.

Swissgrid beurteilt die momentane Situation in der Schweizer Energieversorgung als “angespannt”, wie die Netzbetreiberin am Mittwoch mitteilte.

Durch den Ausfall der Kernkraftwerke Beznau 1 und 2 fehlen der Nordschweiz 720 Megawatt Einspeisung ins Stromnetz. Dieser Ausfall müsste durch Wasserkraft ausgeglichen werden, was wegen des trockenen Wetters der vergangenen Monate aber schwierig ist.

Die Flüsse führen nach dem regenarmen Sommer und Herbst deutlich weniger Wasser als in anderen Jahren. Dies verringert die Stromproduktion aus Laufwasserkraft. Auch die Speicherseen sind im Vergleich zum langjährigen Mittel unterdurchschnittlich gut gefüllt und dürften sich entsprechend schnell entleeren.

Im Ausland würden zwar genügend Reserven zur Verfügung stehen. Diese können für die Versorgung in der Schweiz aber nicht vollständig genutzt werden, wie Swissgrid weiter schreibt. Als Grund gibt Swissgrid die limitierte Kapazität der Transformatoren an.

Der Austausch von Energie mit dem Ausland erfolgt zu 90 Prozent über das 380-Kilovolt-Netz. Die Bandenergie, welche den Grundbedarf an Strom in der Schweiz abdeckt, läuft aber über das 220-Kilovolt-Netz. Der ausländische Strom muss also zuerst auf tiefere Netzebenen transformiert werden, was nicht unbegrenzt möglich ist.

Die Kerzen-Vorräte aufzustocken ist allerdings nicht notwendig. Wie es bei Swissgrid auf Anfrage der sda hiess, muss mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht mit einem grösseren Ausfall gerechnet werden. Die Strombranche müsse aber in den kommenden Wochen gemeinsam Lösungen für die angespannte Lage finden.

(SDA)


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