Schweizer üben Selbstkritik

Fabian Schär gehörte zu den Besten in einem Schweizer Team, das für einmal nicht zu überzeugen vermochte
Fabian Schär gehörte zu den Besten in einem Schweizer Team, das für einmal nicht zu überzeugen vermochte © KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS
Hauptsache gewonnen, lautet der Tenor bei den Schweizer Protagonisten nach dem erknorzten 2:1 in Andorra la Vella gegen den Gastgeber. Das Team von Vladimir Petkovic kommt mit einem blauen Auge davon. Der Ausflug in die Pyrenäen hätte für die Schweizer beinahe noch mit einem Gau geendet.

Bis zur 90. Minute hatten die Schweizer in der Defensive nichts anbrennen lassen und alles im Griff gehabt. Roman Bürki, der im Tor anstelle von Yann Sommer zum Zug kam, musste kein einziges Mal intervenieren – bis der eingewechselte Alex Martinez aus 25 Metern in den Winkel traf.

«Ein Sonntagsschuss, der immer passieren kann», sagte Admir Mehmedi. Der Anschlusstreffer brachte den Gastgeber aus dem Nichts zurück in die Partie und liess die Nummer 203 der Welt sogar für kurze Zeit von der Sensation träumen. Vier Minuten Nachspielzeit hatten die Schweizer noch zu überstehen. Dank Bürkis sicherer Intervention bei einem Freistoss hielt sich der Schaden aus Schweizer Sicht letztlich aber in Grenzen.

Dass die Schweizer nach den Siegen zum Auftakt gegen den Europameister Portugal (2:0) und am Freitag in Budapest gegen Ungarn (3:2) den Gegner unterschätzt hätten, glaubte Fabian Schär, der Torschütze zum 1:0 in der 18. Minute mittels Foulpenalty, allerdings nicht: «Wir haben Andorra ernst genommen, da wir wussten, dass sie zuhause oft nur knapp verloren hatten.»

Die Schweizer hatten von Beginn an das Spieldiktat übernommen, hatten Gegner und Ball fast immer unter Kontrolle und spielten rund zehnmal so viele Pässe wie der krasse Aussenseiter, der sein bislang einziges Pflichtspiel 2004 gegen Mazedonien gewonnen hatte. Nur Torchancen resultierten kaum. «Wir haben zu wenig schnell gespielt», bemängelte Schär, der zu den besseren im Schweizer Team gehörte.

Ähnlich sah es Admir Mehmedi, der in der 77. Minute per Kopf das so wichtige 2:0 erzielt hatte: «Wir haben zu wenig konsequent nach vorne gespielt und uns zu wenig Chancen erarbeitet.» Der Bundesliga-Profi sprach von einer der «schlechtesten Leistungen» seiner Mannschaft – bei einer Ambiance, die er zuletzt an einem Länderspiel mit der U16 erlebt habe.

Am Ende überwog bei den Spielern aber die Freude über den Sieg und den besten Start einer SFV-Auswahl in eine Kampagne seit 1994. «Wir müssen die Partie abhaken und nach vorne schauen. Drei Spiele, neun Punkte, so kann es weitergehen», sagte Mehmedi. Und Schär ergänzte: «Wir sind froh, dass wir es hinter uns haben und freuen uns, dass wir einen solchen Start in die Qualifikation hinlegen konnten.» Die Fahrplan Richtung Russland 2018 stimmt.

(SDA)


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