Schwerste Luftangriffe seit Tagen auf Aleppo

Zerstörtes Ambulanzfahrzeug vor zerstörten Gebäuden in Ost-Aleppo. (Archivbild)
Zerstörtes Ambulanzfahrzeug vor zerstörten Gebäuden in Ost-Aleppo. (Archivbild) © Keystone/AP Syrian Civil Defense White Helme/UNCREDITED
Nach Tagen relativer Ruhe sind bei neuen Luftangriffen auf das umkämpfte Aleppo mindestens zwölf Menschen getötet worden.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete am Dienstag, die Bombardements auf die Rebellengebiete im Osten der geteilten Stadt seien von russischen Kampfjets ausgeführt worden. Unter den Toten in den Stadtteilen Bustan al-Kasr, Ferdus und Al-Katarigi seien auch vier Kinder.

«Es gibt neue Bombardierungen», sagte der Rebellenkommandeur Sakaria Malhifdschi der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. «Sie sind massiv.» Ein AFP-Reporter vor Ort berichtete von einem zerstörten mehrstöckigen Gebäude.

Aktivist Mahmut Raslan berichtete, die russischen Jets hätten erneut mindestens eine bunkerbrechende Bombe eingesetzt. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle sprach von den «schwersten russischen Bombardierungen», seit die syrische Armee am 5. Oktober angekündigt hatte, die Luftangriffe zurückzufahren.

Moskau unterstützt Damaskus bei der Militäroffensive zur Rückeroberung von Aleppo. Die syrischen Regierungstruppen wollen die geteilte Stadt vollständig unter ihre Kontrolle bringen. Seit Beginn des Einsatzes am 22. September wurden der Beobachtungsstelle zufolge 290 Menschen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten.

Vor knapp einer Woche hatte die syrische Armee mitgeteilt, sie werde ihre Angriffe auf Aleppo reduzieren, damit Zivilisten den von Rebellen beherrschten Ostteil der Stadt verlassen könnten. Am Montag hatte das Regime über das Staatsfernsehen verkündet, auch Rebellen könnten den belagerten Teil Aleppos mit leichten Waffen wie Gewehren verlassen. Ähnliche Ankündigungen hatten sich in der Vergangenheit als Finte herausgestellt.

Die nordsyrische Grossstadt gehört zu den am stärksten umkämpften Gebieten im syrischen Bürgerkrieg. Anhänger des Regimes kontrollieren den Westen Aleppos, Rebellen den Osten. Dieser Teil der Stadt hatte Ende September die heftigsten Angriffe der syrischen und russischen Luftwaffe seit Ausbruch des Konflikts im Jahr 2011 erlebt. Der UNO-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, hatte zuletzt vor der völligen Zerstörung Ost-Aleppos bis Weihnachten gewarnt.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete unterdessen von einem Raketenangriff der Rebellen auf eine Schule im südlichen Daraa. Dabei wurden demnach mindestens fünf Kinder getötet.

Auch die Beobachtungsstelle berichtete von dem Angriff: Der Organisation zufolge starben sechs Menschen, fünf von ihnen Kinder. Ausserdem wurden 25 Menschen bei dem Angriff verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich.

(SDA)


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