Schwimmunterricht verweigert: Vier Monate Gefängnis

Schwimmunterricht verweigert: Vier Monate Gefängnis
© Swimmers enjoy themselves in the 50 metres swimming pool in the lido in Thun, Switzerland, pictured on July 15, 2014. (KEYSTONE/ Peter Schneider) Schwimmer vergnuegen sich im 50-Meter Schwimmbecken, am Dienstag, 15. Juli 2014, im Strandbad in Thun. (KEYSTONE/ Peter Schneider)
Jetzt ist er zu weit gegangen: Der Bosnier Emir Tahirovic aus St. Margrethen hat seiner Tochter verboten in den Schwimmunterricht zu gehen, dafür hat er von den Behörden eine viermonatige, unbedingte Haftstrafe auferlegt bekommen.

Gegen dieses Urteil hat Emir Tahirovic Berufung eingelegt. Er sagt, die Behörden hätten nie nach einer Lösung mit seinem Mandaten gesucht. Er sei in die Ecke von Salafisten gestellt worden. Die Behörden von St. Margrethen sehen dies allerdings anders: “Wir haben von Anfang an das Gespräch gesucht”, sagt der Schulratspräsident Roger Trösch gegenüber dem SRF. Der Vater sei allerdings nicht bereit, von seinem fundamentalistischen Islam abzuweichen.

Der Gemeindepräsident Reto Friedauer möchte den Bosnier am liebsten loswerde: “Er stellt die Scharia über unsere Rechtsordnung und verweigert die Zusammenarbeit mit weiblichen Lehrpersonen.”

Der Schwimmunterricht war nicht das erste Mal, als der Vater seiner Tochter Regeln auferlegte. Er wurde mit einem anderen Fall national bekannt. Während der Schule sollte seine Tochter nur mit Kopftuch herumlaufen. Weil die Schulleitung dies ablehnte, gelang er bis vor das Bundesgericht. Dieses gab ihm schliesslich Recht.

Emir Tahirovic ist uneinsichtig, was die Haftstrafe anbelangt. In einem Streitgespräch heute Abend mit SVP-Nationalrat Lukas Reimann wird er seine Position zum Ausdruck bringen. Die Rundschau wird heute um 20:55 Uhr auf SRF 1 ausgestrahlt.

(red)


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