Schwuler Pfarrer verzichtet auf Wahl im Hinterthurgau

Ein schwuler Pfarrer sei ein schlechtes Vorbild. Deshalb entschied sich Bichelsee im März gegen Maik Becker.
Ein schwuler Pfarrer sei ein schlechtes Vorbild. Deshalb entschied sich Bichelsee im März gegen Maik Becker. © Tagblatt
Bürger aus Bichelsee attackierten den Pfarrer Maik Becker aufgrund seiner Homosexualität, wohingegen es für die Nachbargemeinde Dussnang kein Problem wäre, einen schwulen Pfarrer zu haben. Maik Becker verzichtet trotzdem komplett auf eine Pfarrwahl im Hinterthurgau.

Eine zehnköpfige Pfarrwahlkommission der beiden Kirchgemeinden Bichelsee und Dussnang hatte den reformierten Pfarrer als Wunschkandidaten vorgeschlagen. Worauf homophobe und rassistische Reaktionen aus der Bürgerschaft folgten. Die Gruppe “Evangelica Tannzapfen” aus Bichelsee schickte dem Geistlichen anonyme E-Mails. Darin wurden die sexuelle Orientierung von Becker sowie die dunkle Hautfarbe seines Lebenspartners beleidigt. In der Folge lehnte die Kirchgemeinde Bichelsee die Wahl des deutschstämmigen Pfarrers im März ab.

Becker will nicht in den Hinterthurgau

Die Nachbargemeinde Dussnang hingegen zeigte gegenüber dem deutschstämmigen Pfarrer Interesse – hatte aber nur eine Teilzeitstelle zu bieten. Becker hat sich nun komplett gegen eine Wahl im Hinterthurgau entschieden, wie das “St.Galler Tagblatt” berichtet.

Nicht willkommen in der Gegend

“Die Bibel wird missbraucht, um Menschen auszugrenzen”, so Becker gegenüber dem evangelischen Magazin “bref”. Zum “St.Galler Tagblatt” sagt er zudem, er wolle seinem dunkelhäutigen Lebenspartner nicht zumuten, in einer Gegend zu leben, in der das Paar nicht willkommen sei.

(red)


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