Seiltänzer und Wortjongleur: Multitalent Wolfram Berger wird 70

"Gebürtiger Österreicher, gelernter Schweizer": Wolfram Berger wird heute 70 (Pressebild)
"Gebürtiger Österreicher, gelernter Schweizer": Wolfram Berger wird heute 70 (Pressebild) © Pressebild/Florian Pritz
Sein Heimatland Österreich hat Wolfram Berger einst hinter sich gelassen, “um dem ständigen Heruntergezogenwerden zu entfliehen”. Berger lebt inzwischen in Basel und feiert heute seinen 70. Geburtstag.

Beruflich zieht es den Schauspieler, Regisseur, Kabarettist, Sänger und Entertainer aber nach wie vor regelmässig in heimische Gefilde, etwa für Fernsehserien und Hörspiele. Auch in seiner Heimatstadt Graz steht der Wortjongleur demnächst mit seinen beliebten Programmen “Liebeslieder” und “Jandl” auf der Bühne.

1945 in Graz als Sohn eines Spenglers geboren, spielte Wolfram Berger schon während der Schulzeit Theater bei der Grazer Laientruppe “Spielvögel”. Nach dem Schauspielstudium wurde er direkt an das Grazer Schauspielhaus engagiert, wo er unter anderem 1968 die Hauptrolle in der Erstaufführung von Peter Handkes “Kaspar” und in der Uraufführung von Horvaths “Zur schönen Aussicht” spielte.

Werner Düggelin holte ihn 1970 ans Theater Basel, Claus Peymann nach einem Zwischenstopp in Zürich 1978 nach Stuttgart und Bochum. Doch dann, wie Berger es umschreibt, “wurde es ihm zu eng in den Theaterkästen”.

1980 sagte er sich schliesslich von festen Theater-Engagements los und ist seitdem freischaffend als Darsteller in Film, Fernsehen und am Theater, als Sprecher im Radio sowie mit Lesungen und musikalischen wie auch satirischen oder poetischen Kleinkunstprogrammen unterwegs.

Ab 1981 war Berger zudem an der Schauspielakademie Zürich als Lehrender und in der freien Schweizer Theaterszene als Regisseur tätig. Mit der Dramaturgin und Regisseurin Corinna Claus gründete er 1986 das “Rotta-Theater”, wo er u.a. die musikalische Performance “Die Wiederkäuer” und wiederholt seinen “Karl-Valentin-Abend” realisierte. Valentin ist Bergers grosses Vorbild, sein “künstlerisches Vitamin”, wie er sagt.

Später entstanden zahlreiche “Grosskunst”-Programme wie “Engel im Kopf” oder “Jazz Me If You Can” mit Texten Ernst Jandls, auf Theaterbühnen war er immer wieder als Gast zu sehen, etwa am Theater Basel in “Fledermaus” unter der Regie von Herbert Wernicke oder beim “steirischen Herbst” in Urs Widmers “Sommernachtswut”.

Für seine Darstellung eines an Alzheimer erkrankten Auswanderers in This Lüschers Vater-Sohn-Drama “Rider Jack” wurde er beim Montreal World Film Festival kürzlich als bester Schauspieler ausgezeichnet.

Geehrt wurde Berger im Laufe seiner Karriere auch mit dem “Salzburger Stier” 1997, den der “gebürtige Österreicher und gelernte Schweizer” für die Schweiz annahm. (SDA)


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