Verletzte bei Selbstmordanschlag im westtürkischen Bursa

Polizeikräfte sichern den Anschlagsort in Bursa. Eine Selbstmordattentäterin hatte sich nahe der Grossen Moschee, dem Wahrzeichen der anatolischen Millionenstadt, in die Luft gesprengt.
Polizeikräfte sichern den Anschlagsort in Bursa. Eine Selbstmordattentäterin hatte sich nahe der Grossen Moschee, dem Wahrzeichen der anatolischen Millionenstadt, in die Luft gesprengt. © /AP Depo Photos
Erneut ist in der Türkei ein belebter Innenstadtplatz zum Ziel eines Selbstmordanschlags geworden. Die Täterin zündete nach Behördenangaben am Mittwoch in der Stadt Bursa einen Sprengsatz. 13 Menschen wurden verletzt, wie Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu sagte.

Keiner der Verletzten schwebe in Lebensgefahr, sagte er. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sprach nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu lediglich von acht Verletzten.

Die 25-jährige Attentäterin starb. Das Innenministerium untersuche die Identität der Attentäterin und das hinter ihr stehende Netzwerk, sagte Davutoglu vor einer Reise nach Katar.

Der Anschlag ereignete sich nahe der Grossen Moschee, dem Wahrzeichen der anatolischen Millionenstadt. Nach der Explosion ergriffen Passanten in Panik die Flucht, wie der Sender CNN-Türk berichtete.

Notärzte versorgten die Verletzten. Die Polizei riegelte das Gebiet ab, das wegen der Moschee aus dem 14. Jahrhundert ein beliebtes Touristenziel ist. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

“Wir werden weiter die entschlossenste Haltung gegen Terror einnehmen”, sagte Davutoglu. Davon könnten die Anschläge die Türkei nicht abbringen.

In den vergangenen Monaten hatte es in der Türkei eine Reihe blutiger Selbstmordattentate gegeben. Im März hatte sich ein Selbstmordattentäter auf einer Istanbuler Einkaufsstrasse in die Luft gesprengt. Er riss vier ausländische Touristen mit in den Tod.

Im Januar waren bei einem Selbstmordanschlag in Istanbul zwölf deutsche Touristen getötet worden. Im Oktober starben bei einem Doppelanschlag in Ankara 103 Menschen. Die türkische Regierung machte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für die Anschläge verantwortlich.

Ein Waffenstillstand zwischen PKK und türkischer Regierung scheiterte im Juli vergangenen Jahres. Seit Dezember führt die Armee im Südosten eine Militäroperation gegen die PKK, deren Kämpfer sich in Städten verschanzt haben.

Die Behörden verhängten teils wochenlange Ausgangssperren unter denen auch die Zivilbevölkerung leidet. Die PKK-Splittergruppe TAK hatte nach den Anschlägen in Ankara mit weiteren Attentaten auch auf Touristen gedroht.

Der IS, welcher ein grosses Gebiet in Syrien nahe der türkischen Grenze kontrolliert, stellt ebenfalls eine dauerhafte Bedrohung für die Türkei dar. In den vergangenen Wochen schlugen immer wieder von IS-Stellungen abgefeuerte Raketen aus IS-Gebiet in der türkischen Grenzstadt Kilis ein. Insgesamt wurden dadurch 18 Menschen getötet.

(SDA)


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