Sensationeller Fund um St.Galler Globus

Der St.Galler Globus in der Stiftsbibliothek in St.Gallen.
Der St.Galler Globus in der Stiftsbibliothek in St.Gallen. © Benjamin Manser / TAGBLATT
Der Erd- und Himmelsglobus, einer der grössten noch erhaltenen Globen des 16. Jahrhunderts, ist eine der Hauptattraktionen in der St.Galler Stiftsbibliothek. Ein Zufallsfund liefert nun neue Hinweise zu dessen Entstehungsgeschichte.

Das Objekt, das gegen Ende des 16. Jahrhunderts vom Fürstabt erworben und sodann überklebt und übermalt wurde, fiel 1712 im Zuge des religiös motivierten Toggenburger Kriegs in die Hände der reformierten Zürcher. Heute befindet es sich im Schweizerischen Landesmuseum. Eine Replik steht in St.Gallen.

Wie die Ostschweiz am Sonntag nun schreibt, erstand ein Mann aus Olten vor Jahren in einem Brockenhaus eine Zeichnung, die den Globus im Originalzustand zeigt. Lange war er sich der Bedeutung nicht bewusst, ihm hat die Zeichnung einfach gefallen. Nach einer wissenschaftlichen Prüfung stellte sich aber heraus, dass es sich aber um ein äusserst wertvolles Bild handelt, dass den weltbekannten St.Galler Globus in seinem Originalzustand zeigt. Das Pergament war ursprünglich wohl als Verkaufsprospekt gedacht und kurz nach der Fertigstellung des Globus entstanden.

Dank dieses Papiers kann die Geschichte des St.Galler Globus nun neu gedeutet werden – muss sie sogar. So deutet laut der “Ostschweiz am Sonntag” vieles darauf hin, dass der Globus nicht wie bisher angenommen in AUgsburg oder Konstanz, sondern in Norddeutschland hergestellt wurde. (sda/red)


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