Südkorea zieht sich aus Industriepark Kaesong in Nordkorea zurück

Südkoreanische Soldaten patrouillieren an der Grenze zu Nordkorea. Südkorea hat nach dem jüngsten Zwischenfall die Propagandabeschallung zum Norden intensiviert. (Archiv)
Südkoreanische Soldaten patrouillieren an der Grenze zu Nordkorea. Südkorea hat nach dem jüngsten Zwischenfall die Propagandabeschallung zum Norden intensiviert. (Archiv) © KEYSTONE/AP/AHN YOUNG-JOON
Südkorea will sich nach dem nordkoreanischen Raketenstart aus dem von beiden Staaten betriebenen Industriepark Kaesong zurückziehen. Damit soll der Norden von einer wichtigen Geldquelle für seine Raketen- und Atomwaffenprogramme abgeschnitten werden.

Die Regierung in Pjöngjang sei bereits über das Vorhaben informiert, sagte der für die Wiedervereinigung zuständige Minister Hong Yong Pyo am Mittwoch.

Der Industriepark liegt in Nordkorea an der Grenze zum Süden und ist eines der wenigen Projekte, in dem die beiden verfeindeten koreanischen Staaten zusammenarbeiten. 124 südkoreanische Firmen beschäftigen in dem Park fast 55’000 Nordkoreaner.

Für das verarmte Nordkorea ist Kaesong eine wichtige Einnahmequelle, allein im vergangenen Jahr flossen nach Angaben des Ministers umgerechnet ungefähr 100 Millionen Franken an Gehältern und Gebühren.

Nordkorea hatte am Sonntag die internationale Gemeinschaft mit dem Start einer Langstreckenrakete alarmiert. Das wird in Verbindung mit den Atomtests als weiterer Versuch Nordkoreas bewertet, atomar bestückbare Langstreckenraketen zu entwickeln, mit denen neben den Staaten der Region selbst Teile der USA bedroht werden können.

Daraufhin verstärkte Südkorea die Propaganda-Beschallung des Nachbarlandes. Es seien weitere Lautsprecher an der Grenze aufgebaut worden, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul am Mittwoch mit.

Zudem werde der Norden länger als bisher mit lauter Musik, Nachrichten und Propaganda-Botschaften beschallt. Berichten zufolge erfolgt dies nun sechs Stunden pro Tag.

Südkorea hatte die Propaganda-Beschallung im Januar wieder aufgenommen, als Reaktion auf den nordkoreanischen Atomtest. Dieser wurde international ebenso verurteilt wie der Raketenstart am Sonntag.

(SDA)


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