Florida: 17 Tote bei Schiesserei an einer Schule

An einer Schule im US-Bundesstaat Florida erschiesst ein früherer Schüler mindestens 17 Personen.
An einer Schule im US-Bundesstaat Florida erschiesst ein früherer Schüler mindestens 17 Personen. © KEYSTONE/EPA/GIORGIO VIERA
Bei der Schiesserei an einer Schule im US-Bundesstaat Florida sind mindestens 17 Personen getötet worden. Ein 19-jähriger ehemaliger Schüler habe mit einer halbautomatischen Waffe das Feuer eröffnet, sagte der zuständige Sheriff, Scott Israel, am Mittwoch in Parkland.

Unter den Opfern seien Schüler und Erwachsene. Ob es sich bei den Erwachsenen um Lehrer der Marjory Stoneman Douglas High School handele, sei noch unklar. Mindestens ein Dutzend weitere Personen seien zudem zum Teil schwer verletzt worden. Nach Angaben aus Spitälern werden noch 14 Menschen stationär behandelt. Drei von ihnen seien im kritischen Zustand.

Täter liess sich festnehmen

Der Sheriff sprach von einem «Bild des Grauens». Der Tatverdächtige sei aus disziplinarischen Gründen der Schule verwiesen worden. Die Sicherheitsbehörden hätten bereits damit begonnen, seine Websites und Beiträge in sozialen Netzwerken zu untersuchen. Dabei gebe es einige «sehr, sehr beunruhigende» Beiträge. Der mutmassliche Täter sei nach der Tat in der nahegelegenen Stadt Coral Springs ohne weitere Zwischenfälle festgenommen worden und werde wegen leichter Verletzungen in einem Spital behandelt.

Ein Lehrer hatte zuvor Medienvertretern gesagt, der Junge sei als Sicherheitsrisiko angesehen worden und habe schon vor seiner Entlassung das Gelände nicht mit einem Rucksack betreten dürfen. Die Schüsse fielen kurz vor Schulschluss und lösten Panik unter Hunderten von Schülern aus. Viele der insgesamt mehr als 3000 Schüler der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland verliessen die Schule unverletzt. Die Schülergruppen wurden von bewaffneten Polizisten begleitet.

Chaotische Szenen in Schule

Verängstigte Schüler und Lehrer, die am Mittwoch den Valentinstag gefeiert hatten, verbarrikadierten sich in Schultoiletten oder in Schränken beziehungsweise versteckten sich unter Tischen. Mit ihren Smartphones riefen sie in Kurzmitteilungen nach Hilfe.

An der Schule spielten sich nach den Schüssen entsetzliche Szenen ab. Fernsehbilder zeigten, wie Rettungskräfte die Verletzten auf Tragen zu Ambulanzen transportierten. «Es ist chaotisch», schrieb Sheriff Israel auf Twitter. Nach seinen Angaben wurden 13 Menschen im Schulgebäude und zwei weitere auf der Strasse vor dem Gebäude erschossen. Zwei weitere Menschen seien im Spital ihren Schussverletzungen erlegen.

Täter liess sich von anderen Amokläufern inspirieren

Der Täter habe grosse Mengen Munition bei sich gehabt. Nach Medienberichten benutzte er eine halbautomatische Waffe des Typs AR-15 – oder einen Nachbau dieses Modells. Diese Waffe wurde auch bei anderen Aufsehen erregenden Bluttaten benutzt, etwa im vergangenen Jahr in Las Vegas, als bei einem Massaker 59 Menschen starben.

US-Präsident Donald Trump liess sich nach Angaben des Weissen Hauses über die Lage in Florida unterrichten. «Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Betroffenen», hiess es in einer Stellungnahme. Das Weisse Haus sagte wegen der Entwicklung in Florida die täglich stattfindende Pressekonferenz mit Regierungssprecherin Sarah Sanders ab.

(SDA)


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