“Sicherheit für den Gast erhöhen”

Wirte müssen in Zukunft auch im Rechnungswesen sattelfest sein.
Wirte müssen in Zukunft auch im Rechnungswesen sattelfest sein. © iStock
Im Kanton St.Gallen müssen angehende Wirte in Zukunft mehr können. Die vorberatende Kommission hat einer Verschärfung zugestimmt. Der Gastroverband begrüsst diesen Schritt – die Qualität in der Branche soll dadurch höher werden. 

Stimmt der St.Galler Kantonsrat dem Gesetzesentwurf zu, tritt die Verschärfung der Anforderungen 2017 in Kraft. Dann müssen angehende Wirte deutlich mehr Wissen mitbringen als bisher. Bislang mussten sie lediglich Kenntnisse in Lebensmittelhygiene und Suchtprävention vorweisen – neu auch in Fächern wie Arbeitsrecht, Arbeitssicherheit oder Rechnungswesen.

Regierung war dagegen

Die Regierung hatte die Motion, die den Gesetzesentwurf ausgelöst hat, bekämpft. Für Regierungsrat Benedikt Würth war die Verschärfung wenig sinnvoll. Sie bringe nur neue Probleme. Die Qualität in der Gastronomie liesse sich nicht durch Gesetze verbessern. Er wollte wie bisher auf die Marktkräfte setzen.

Nicht dieser Meinung ist der kantonale Gastroverband. Präsident Josef Müller-Tschirky begrüsst die Verschärfung – sie sei notwendig. “Denn es braucht sehr viele Kenntnisse, um ein Restaurant zu führen”, sagt er gegenüber FM1Today.

Und einen solchen fachlichen Rucksack bringen bislang nicht alle mit. Er weiss von Gastrobetreibern, die wenig bis gar nicht über die hiesigen Gesetze wussten. “Mehrwertsteuer oder AHV sind Fremdwörter für sie.” Müller-Tschirky erhofft sich nun eine Steigerung der Qualität in der Gastronomie. Diese komme der Öffentlichkeit zugute. “Die Sicherheit für den Gast und das Personal steigt”, sagt er.

Eine Rückkehr zur alten, vor 20 Jahren  Jahren abgeschafften Wirteprüfung, ist es für den Präsidenten aber nicht. Diese Ausbildung dauerte damals 12 Wochen, die aktuellen Vorbereitungskurse würden sich von 7,5 auf 14 Tage verlängern. “Wir hätten weiterhin eine liberale Gesetzgebung”, sagt er.

Der vorberatende Kommission hat dem Gesetzentwurf der Regierung mit grosser Mehrheit zugestimmt. Die Motion war indes umstritten. Knapp wurde sie vom Kantonsrat überwiesen.

Thurgauer und Innerrhoder sind strenger

In der Ostschweiz herrschen keine einheitliche Regelungen. Thurgau und Appenzell Innerrhoden sind die strengsten, verlangen sich doch weitgehendere Kenntnisse. In Ausserrhoden sind keinerlei gefordert. In Graubünden gibt es Bestrebungen, die Grundlagen analog der des Kantons St.Gallen zu verschärfen.

(dsc)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen