Simon Ammann kauft Hotel Hirschen

Simon Ammann ist jetzt Hoteleigentümer.
Simon Ammann ist jetzt Hoteleigentümer. © Keystone/EPA/Daniel Kopatsch
Skispringer wird Hoteleigentümer: Doppel-Doppel-Olympiasieger Simon Ammann hat das Hotel Hirschen in Alt St.Johann bei einer Versteigerung für 545’000 Franken gekauft. 

Die Raiffeisenbank Obertoggenburg hatte als Grundpfandgläubigerin an der ersten Pfandstelle die Verwertung des Hotels Hirschen begehrt. Sie setzte mit ihrem schriftlichen Angebot von 498’000 Franken den Ausgangsbetrag für die Versteigerung. Diese Summe ist leicht höher als die grundpfandgesicherte Forderung der Bank gemäss dem Lastenverzeichnis. Diese Forderung beträgt inklusive Zinsen gut 481’000 Franken.

Steht nicht mehr zum Verkauf: Das Hotel Hirschen in Alt St.Johann. (Bild: Tagblatt)

Nach den grundsätzlichen Erläuterungen der Betreibungsbeamtin Lidija Jakovljevic vom Betreibungsamt Wildhaus-Alt St.Johann konnte die von über 30 Personen gespannt erwartete Versteigerung am Dienstag beginnen. Das erste Angebot von 500’000 Franken setzte Jürg Mächler von der Hof Lutzenberg AG. Die Firma mit Sitz in Altstätten ist als Immobilienhändlerin und- verwalterin tätig. Dieses überbot Josias Ammann für seinen Bruder Simon Ammann, den vierfachen Olympiasieger im Skispringen, um 1000 Franken.

«Einmalige Gelegenheit für Einstieg ins Gastgewerbe»

Jürg Mächler und Josias Ammann trieben sich in der Folge bei mehreren Bietrunden – in Schritten von 1000 und 5000 Franken – bis auf den letztlich entscheidenden Betrag von 545’000 Franken. Weil Jürg Mächler diese Summe auch beim dreimaligem Aufruf nicht mehr überbot, erhielt schliesslich Josias Ammann den Zuschlag. Weil dieser die nötige Anzahlung von 95000 Franken leisten konnte, dürfte Simon Ammann Alleineigentümer werden.

Er freue sich sehr, dass das kleine traditionelle Hotel in seiner Heimat damit wieder in einheimische Hand komme, sagte Simon Ammann gegenüber dem «Tagblatt». «Seit einiger Zeit beschäftigt mich das Thema des lokalen Gastgewerbes und ich habe mir schon lange gewünscht, im obersten Toggenburg einen Einstieg machen zu können. Die Ersteigerung war eine einmalige Gelegenheit und ich bin sehr froh, dass es geklappt hat. Im Herzen von Alt St.Johann werden wir nun die eigenständige Kulinarik des Toggenburgs weiter stärken.» Er freue sich auf die Wiedereröffnung. Wann das genau sein wird und in welcher Form, sei noch offen. Mit dem Kauf trage er seinen Teil dazu bei, dass das historische Gebäude und damit auch das Ortsbild erhalten bleibe.

Rechtskräftig wird der Zuschlag aber erst, wenn Simon Ammann auch die Restsumme bis spätestens 15. Januar bezahlt hat. Ausserdem muss die zehntägige Frist für eine allfällige Anfechtung des Steigerungszuschlags abgewartet werden.

Forderungen nur zur Hälfte gedeckt

Die Steigerungssumme liegt deutlich unter der betreibungsamtlichen Schätzung. Diese beläuft sich für das Grundstück auf 900000 Franken und für das Zugehör knapp 57000 Franken. Das Grundstück umfasst 1610 Quadratmeter, bestehend aus Gebäude (335 Quadratmeter), Wiese/Weide (573 Quadratmeter) und befestigte Fläche (702 Quadratmeter). Noch höher als die betreibungsamtliche Schätzung sind die gesamten grundpfandgesicherten Forderungen. Diese belaufen sich auf knapp 1085000 Franken. Es handelt sich dabei um Kapital laut den Inhaber-Papierschuldbriefen. Dieses wird, da nicht an erster Pfandstelle stehend, durch den Steigerungserlös nur zu kleinen Teilen gedeckt sein.

Dieser Artikel erschien am 14. Dezember auf «Tagblatt Online».


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen