«So etwas habe ich noch nie erlebt»

Der wilde Pfau von Wartau erhitze die Gemüter.
Der wilde Pfau von Wartau erhitze die Gemüter. © FM1Today/Raphael Rohner
Es war ein emotionales Auf und Ab mit dem Pfau von Wartau. Doch seit Sonntagabend ist Ruhe in die Gemeinde eingekehrt: Der Pfau wurde eingefangen und dem Besitzer übergeben. Der Tierschutzverantwortliche ist erleichtert. Und lobt die Anwohner für ihre Kooperation.


Wer glaubt, einen Vogel hat man schnell gefangen, der irrt. Diese Erfahrung machte Matthias Vetsch, Tierschutzverantwortlicher der Gemeinde Wartau. Er hat den Radau-Pfau von Wartau gefangen. Endlich hat die Suche ein Ende genommen. «Mein Gefühl lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Erleichterung», sagt Vetsch. Er konnte am Sonntagabend den Pfau in Wartau einfangen, der sich schon über Wochen in der Gemeinde tummelte. Niemand wusste, woher er kam und wem er gehörte.

Viel Geduld gefragt

Das Tier liess sich nach viel Geduld einfangen. «Ich habe Stunden gebraucht, um den Vogel aufzuspüren. So etwas habe ich noch nie erlebt», sagt Vetsch. Viel einfacher wäre die Aufgabe gewesen, wenn das Tier gechippt oder geringt gewesen wäre. «Es ist in der Schweiz nicht obligatorisch, seinen Pfau zu chippen», sagt Vetsch. Trotz allem fand er es auch immer wieder unterhaltsam, den Pfau aufzuspüren und zu beobachten.

Besitzer ist ein Kenner

Wem der Vogel gehört, ist mittlerweile geklärt. «Zwei Männer haben sich letzten Mittwoch gemeldet, die über die Medien auf den Pfau aufmerksam wurden», sagt Vetsch. Der Vogel wurde in einer Voliere untergebracht. Die beiden potenziellen Besitzer gingen bei dieser Voliere vorbei und konnten so aufgrund von Merkmalen bestätigen beziehungsweise ausschliessen, dass es sich um ihren Vogel handelt. Es sei schnell geklärt gewesen, wem der Vogel gehöre.

«Der Besitzer ist aus der Region und hat mehrere Pfauen. Es ist ein Mann, der sich auskennt», sagt Vetsch. Es konnte auch geklärt werden, weshalb der Pfau abgehauen ist. «Die Pfauen wurden erschreckt, vielleicht wegen eines Fahrzeuges. Der Pfau ist weggeflogen und nicht mehr zurückgekommen.» So etwas könne passieren.

Des einen Freud, des anderen Leid

Erheiterte der Pfau mit seinem Gefieder die Gemüter der einen Anwohner, ärgerten sich andere über die Spuren, die er hinterliess. «Der Vogel frisst meinen Garten leer», sagte eine Anwohnerin. Der Pfau spaltete das Quartier. Man fürchtete gar, dass die Pfauen-Gegner dem Tier etwas antun könnten. Matthias Vetsch rief zur Geduld auf und verbot den Anwohnern, sich einzumischen.

Lob vom Tierschutzverantwortlichen

Die Situation habe sich jedoch gegen Ende der Suche entschärft. «Der Streit wurde etwas aufgebauscht. Natürlich haben sich Leute aufgeregt. Aber ich finde, dass sich die Betroffenen sehr geduldig und verständnisvoll gezeigt haben», lobt Vetsch die Anwohner. Diese seien jetzt ebenfalls erleichtert und freuten sich. «Von Hass auf den Vogel oder Streit kann nicht die Rede sein», sagt Vetsch. «Ich möchte den Anwohnern sogar ein Kompliment machen: Sie verhielten sich sehr entgegenkommend, haben sich zurückgehalten, wenn wir den Vogel beobachteten. Das Quartier war sehr tolerant.»

(lak/lag)


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