So geht Smalltalk: Tipps von Profis

Von Dario Cantieni
Tamara Sportiello, Coiffeuse in St.Gallen, redet gerne über aktuelle Geschehnisse.
Tamara Sportiello, Coiffeuse in St.Gallen, redet gerne über aktuelle Geschehnisse. © FM1
Ob am Morgen beim Bäcker, mit dem Busfahrer oder in der Bar – immer wieder reden wir über das Wetter und fragen, wie es denn so geht. Klassischer Smalltalk eben. Doch aus belanglosem Blabla kann durchaus ein gutes Gespräch werden. Profis geben Tipps.

Wer jeden Tag mit Leuten zu tun hat, die er gar nicht kennt, weiss sich zu arrangieren. Immer nur über das Aprilwetter zu reden, macht auch nicht glücklich. Eine Coiffeuse, ein Taxifahrer und eine Serviceangestellte verraten uns, wie Smalltalk richtig geht.

Der Taxifahrer: “Der FCSG funktioniert fast immer”

Bruno Büttel fährt schon seit mehreren Jahren bei Sprenger Taxi in St.Gallen. Jeden Tag lässt er sich wieder von Neuem auf Smalltalk mit seinen Gästen ein. Dabei suche er vor allem nach Gemeinsamkeiten: “Wenn einer gerne Fussball spielt, kann ich von meiner Zeit beim FC Rorschach erzählen”. Und natürlich könne man in St.Gallen auch immer über den FCSG sprechen. Auf einer Fahrt durch die Stadt erklärt er uns die Smalltalk-Regeln im Taxi:

Die Coiffeuse spricht fünf Monate über Weihnachten

Das Klischee, dass man beim Coiffeur immer übers Wetter und die Ferien redet, stimmt durchaus. Das bestätigt Tamara Sportiello vom Coiffeursalon Molyta in St.Gallen. “Wenn ich an einem Tag zehn Mal von meinen Ferien erzähle, dann kann ich es am Abend nicht mehr hören. Dann hasse ich meine Ferien schon fast”, erzählt sie. Ihr Tipp: Sachen ansprechen, die gerade aktuell sind. Wie beispielsweise die OLMA. Auch Weihnachten sei ein dankbares Thema. “Zwei Monate davor und drei danach kann man gut darüber sprechen.”

Die Serviceangestellte: “Über Politik spreche ich gar nicht”

Wird Jasmin Hochreutener, Serviceangestellte beim Hotel Einstein, nach ihrem Hauptthema gefragt, dann ist das: Essen – klar, in einem Restaurant. Aber auch hier ist das Wetter ein Dauerthema. Sie empfiehlt: “Ein breites Allgemeinwissen, damit man nicht nur immer mit dem Kopf nicken muss, wenn jemand etwas erzählt.” Tabuthemen seien Religion und Politik. “Da gehe ich gar nicht erst darauf ein”, so Hochreutener.


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