“So grosse Felsbrocken sind noch nie heruntergestürzt”

Von Angela Müller
Der haushohe Koloss beschädigt das Staubecken im Murgtal.
Der haushohe Koloss beschädigt das Staubecken im Murgtal. © Christoph Barbisch
Zwei riesige Steinbrocken haben ein kleines Kraftwerk im Murgtal beschädigt. Der aussergewöhnliche Felssturz dürfte die Gemeinde Murg knapp eine Million Franken kosten. 

“Vom eigentlichen Felssturz haben wir gar nichts mitbekommen”, sagt Christoph Barbisch, Betriebsleiter des Elektrizitätswerks der Orstgemeinde Murg. Als sich aber am vergangenen Mittwoch der Merlenweiher nicht auffüllte, haben sich Mitarbeiter auf den Weg ins Murgtal gemacht.

Ein haushoher 6000 Tonnen schwerer Brocken

Was sie im wilden Tal vorgefunden haben, war ziemlich überraschend: Ein haushoher, rund 6000 Tonnen schwerer Felsbrocken war auf das Stauwehr gestürzt. Dieses wurde stark beschädigt, auch das Entnahmebauwerk wurde getroffen. Es wurde von der Felsmasse einen halben Meter verschoben. Ein kleinerer, 2000 Tonnen schwerer Brocken stürzte zudem in den Bach und behindert den Wasserabfluss. Der Stein beschädigte auch den Strassenbelag, wie der “Sarganserländer” schreibt.

“Bei diesem Anblick bin ich ziemlich erschrocken”, sagt Barbisch. “In den rund 30 Jahren, in denen ich hier arbeite, habe ich noch nie an diesem Ort so grosse Felsen mitten im Winter runterstürzen gesehen.”

Von Geologen abgeklärt

Der Kosten, die auf die Gemeinde Murg zukommen, sind erheblich: Barbisch rechnet mit einer halben Million Franken für die Beseitigung der Felsbrocken und die Reparatur des Merlenstaubeckens. Zwar ist das Kraftwerk wieder in Betrieb, aber nur stark reduziert. Der Betriebsausfall könnte, je nachdem wie lange die Reparatur dauert, bis zu 300 000 Franken Einbusse beim Wasserkraftwerk verursachen. “Vor dem Frühling können wir aber witterungsbedingt überhaupt nichts ausrichten”, sagt Barbisch.

Wegen der ungewöhnlichen Situation liess die Gemeinde den Felssturz von einem Geologen abklären. “Er ist zum Schluss gekommen, dass keine weitere Gefahr besteht”, sagt Barbisch. Dies war der Grund, weshalb die Gemeinde erst heute informiert hat. “Wir befürchteten, dass die Leute die Felsen sehen wollten und sich so gefährden könnten.”

 

 

 


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