So schützt du dich vor dem Geheimdienst

Nicht jeder Geheimdienstmitarbeiter soll mitlesen können.
Nicht jeder Geheimdienstmitarbeiter soll mitlesen können. © Chung Sung-Jun/Getty Images
Vor einer Woche haben die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger Ja zum Nachrichtendienstgesetz gesagt. Der Geheimdienst kann nun deinen ganzen Internetverkehr überwachen. Wir zeigen dir, wie du ihre Arbeit ein bisschen erschwerst.

Selbstverständlich haben wir nichts zu verbergen. Ausser unserer Privatsphäre. Einmal «falsch» auf Google gesucht, schon könnte man nun nämlich im Knast sitzen (so geschehen in Deutschland). Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass gerade unsere Daten ausspioniert werden, verschwindend klein ist, wollen wir es nicht darauf ankommen lassen.

So sollten wir zum Schutz unserer Privatsphäre – nicht nur vor Geheimdiensten im In- und Ausland, sondern auch vor Datenkraken wie Facebook und Google – unseren Internetverkehr nicht grad auf dem Silbertablett servieren. Wir können das auch als gute Übung für unseren Geheimdienst sehen, schliesslich wissen auch die Terroristen und Verbrecher, wie man sich unerkannt im Internet bewegt. Also: So verschlüsselst du richtig!

Sicherer Mail-Verkehr

Um Mail zu verschlüsseln, bietet sich Pretty Good Privacy (PGP) an. Die Installation ist nicht ganz einfach. Und die Benutzung ist auch nicht wirklich ohne. Aber es gibt eine Alternative: Pretty Easy Privacy. Das Programm gibt es für Outlook (kostenpflichtig), Android und iOS.

Wem das noch immer zu kompliziert ist, sollte sich eine neue Email-Adresse zulegen. Die Schweizer Firma Protonmail ist hier empfehlenswert. Mails werden verschlüsselt, es gibt Versionen für Desktop, Android und iOS.

Telefonieren, SMS und sonstige Nachrichten senden

Die Schweizer App Threema wird häufig als sichere Variante empfohlen. Allerdings gibt es auch hier Sicherheitsbedenken. Auch WhatsApp verschlüsselt die Daten neuerdings. Bilder, Videos, Nachrichten und sogar telefonieren kann man mit Signal. Sogar Edward Snowden empfiehlt die Gratis-App, das will also etwas heissen!

Das Problem bei diesen Apps ist, dass dein Gegenüber diese ebenfalls installiert haben muss.

Privates Surfen

Beim Surfen ist die Verschlüsselung auch ein Schutz vor aufdringlicher Werbung. Hier gibt es zum Beispiel das Tor-Browser-Paket, eine Erweiterung auf Firefox-Basis. Da die Tor-Technologie auch nicht ganz über alle Zweifel erhaben ist, kann auch per VPN (Virtual Private Network) gesurft werden. Der Opera-Browser bietet eine solche Funktion. Besonders schön ist hier, dass die Datenmenge im Gegensatz zu anderen Gratis-VPN-Programmen unbegrenzt ist.

Für Firefox, Chrome, Opera, Android oder iOS gibt es auch die Browser-Erweiterung ZenMate (kostenpflichtig).

Linux-Betriebssystem

Selbstverständlich nützen all diese Hilfsmittel nichts, wenn ein sogenannter Trojaner oder ein ähnliches Programm auf deinem Computer installiert ist und deine persönlichen Daten den Schlapphüten weiterleitet. Sicherer als Windows oder Apple-Systeme sind Linux-Basierte Betriebssysteme. Tails ist so eines. In diesem Betriebssystem werden alle Daten durch das Tor Netzwerk geleitet. Da es sogar von einem USB-Stick gestartet werden kann, bietet sich Tails insbesondere bei der Benutzung öffentlicher oder fremder Computer an.

(rr)


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