«Solche Leute gehören früher aus dem Land»

Am Dienstag ist in einer Asylunterkunft bei Mels ein 39-jähriger Ägypter durch Stiche tödlich verletzt worden. Politiker fordern eine frühere Ausschaffung abgewiesener Asylbewerber.

Nach der Auseinandersetzung unter Asylbewerbern, die für den 39-jährigen Ägypter mit schweren Stichverletzungen ausging, nahm die Kantonspolizei St.Gallen den mutmasslichen Täter, einen 33-jährigen Algerier fest. Das Opfer wurde notoperiert, erlag in der Nacht zum Mittwoch aber seinen Verletzungen. Zur Tatwaffe sagte die Polizei zunächst nichts.

Sowohl beim Opfer als auch beim mutmasslichen Täter handelt es sich um abgewiesene Asylbewerber. Dass Personen trotz negativen Asylbescheids vor der Ausschaffung Monate oder gar Jahre in der Schweiz verbringen können, verstehen Politiker nicht. «Solche Leute gehören viel früher aus dem Land raus», sagt etwa Roland Büchel, SVP-Nationalrat, gegenüber TVO.

Zu lange ohne Perspektive

Auch Bettina Surber, St.Galler SP-Kantonsrätin, hält die Handhabe nicht für optimal: «Es ist nicht gut für diese Leute, so lange in ihrer Perspektivenlosigkeit hier zu sein.»

«Haben alles versucht»

Damit eine Person ausgeschafft werden kann, muss ihre Identität zweifelsfrei geklärt sein, darüber hinaus muss das Heimatland mitspielen. Beim Algerier, dem mutmasslichen Täter, habe man alles versucht, sagt Jürg Eberle, Leiter des St.Galler Migrationsamtes: «Wir haben alles Rechtsstaatliche ausgeschöpft, was wir konnten.» Verbesserungspotenzial sieht Eberle beim Bund und den Rahmenabkommen.

Der 33-jährige Algerier bleibt vorerst in der Schweiz – er befindet sich derzeit in Haft und wird befragt.

(red.)


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