Soll eine Lehrerin solche Bilder posten?

Mit Bildern von ihren Kurven will Morena Diaz dem Schlankheitswahn entgegentreten.
Mit Bildern von ihren Kurven will Morena Diaz dem Schlankheitswahn entgegentreten. © Instagram/m0reniita
Morena Diaz ist Primarlehrerin und postet nebenbei Fotos von sich im Bikini auf Instagram. Damit erhitzt sie die Gemüter. Was denkst du, lässt sich das vereinbaren?

Sie tut etwas, was viele Blogger und Instagram-Nutzer tun: Bilder von sich im Bikini posten. Ihre Botschaft: Keine Frau soll sich für ihre Kurven schämen. Sie selbst hatte früher Probleme mit ihrer Figur und möchte ein Zeichen gegen «Body-Shaming» setzen, dies zeigt sie sowohl auf Instagram, als auch auf ihrer eigenen Webseite. Ihren Erstklässlern erzählt sie nichts von ihren 61’000 Abonnenten. Für Instagram sind sie sowieso noch zu klein. Dennoch macht die Aargauerin mit ihrem «Nebenjob» Schlagzeilen: Viele User finden es nicht okay, dass eine Lehrerin sich so freizügig zeigt.

Kritik gibt es auch in ihrem Umfeld. Elisabeth Abbassi, Präsidentin des Aargauischen Lehrerverbandes, ist wenig begeistert vom Social-Media-Star: «Man sieht ja den Bildern den ‘guten Zweck’ nicht an, sondern weiss höchstens, dass mit solchen Auftritten viel Geld verdient werden kann», sagt sie im Interview mit der «Aargauer Zeitung.» Ausserdem denkt Abbassi, dass Diaz später bei Bewerbungen Probleme haben könnte.

Wie findest du es, dass Morena Diaz Lehrerin ist und sich auf Instagram im Bikini präsentiert?

Being unapologetically myself. ❤️ __________________________________ www.m0reniita.com #jedentageinbisschenm0reniita

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Auch in der SRF-Sendung «Der Club» von Anfang August stand Morena Diaz zu ihren Kurven, während Nackt-Provokateurin Milo Moiré in der Sendung sagte, dass Schlanke mehr Aufmerksamkeit und Bewunderung erhalten. «Es gibt die objektive Schönheit und da sind ehrlicherweise wahrscheinlich wir [Fitnessmodel Anja Zeidler und Milo Moiré] höher bewertet als Morena», sagte Milo Moiré. In der Sendung widersprach Morena Diaz nicht, danach postete sie jedoch ein Foto von sich selbst, mit welchem sie ihre Meinung darlegt. Sie schrieb unter anderem, es verletze sie nicht, dass sie vor laufender Kamera als unattraktiv eingestuft wurde. «Wir sind so viel mehr als nur unser Aussehen», schrieb sie.

So, this is me, in the TV talking about the same topics as I do here. I can't believe how far I've come and yes, I'm a tiny little bit proud of it because I know that I'm able to help, inspire and touch people. This means so much more to me than being beautiful. Because the beauty of a person is NOT only what you see, but what's inside of a person. That's why it doesn't bother me when even people in the TV tell the world, that I might be less attractive than other women. It's okay, because I know my worth and I really hope that if YOU see how I handle all this, you start believing in yourself too. Always remember that I had a really hard time, like so many of you! #warriors ❤️ ___________________________________ Da bin ich, im Schweizer TV, um über Themen zu reden, die ich auch hier behandle. Obwohl ich nicht so zu Wort gekommen bin, wie gewollt, konnte ich doch so einige, wichtige Sachen sagen! 🙏 und ja, ich bin schon etwas stolz auf das, was ich erreicht habe. Ich bin in der Lage, Menschen zu erreichen, berühren und inspirieren und das bedeutet mir so viel mehr als einfach nur "hübsch" zu sein. Deshalb verletzt es mich nicht, dass ich vor laufender Kamera als eher unattraktiv eingestuft worden bin. Wir sind SO VIEL MEHR als nur unser Aussehen! Und ich hoffe ganz fest, dass wenn ihr da draussen seht, wie ich mich hier durchkämpfe und was ich erreiche, ihr auch endlich beginnt, an euch zu glauben. Denkt daran, auch ich habe eine sehr schwierige Zeit durchgemacht! ❤️ #jedentageinbisschenm0reniita

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In der SRF-Sendung erzählte sie, sie sei auch bereits mit Hasskommentaren konfrontiert worden. Sie habe gelernt, sich so zu nehmen wie sie ist. So, oder so: Morena Diaz postet auf ihrem Instagram-Profil weiter fleissig Fotos. Dabei stört es sie nicht, aus welchem Winkel das Foto geschossen wird und ob es sie vorteilhaft darstellt.

(red.)


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