Sommerrodeln an Weihnachten

Auf dem Atzmännig heisst es rodeln statt skifahren.
Auf dem Atzmännig heisst es rodeln statt skifahren. © pd
Der Schneemangel zwingt die Tourismus-Destinationen im FM1-Land zu ungewöhnlichen Massnahmen: Die Sportbahn Atzmännig will an Weihnachten die Sommerrodelbahn öffnen, Chur lockt statt Skifahrer die Biker auf die Berge und auf dem Pizol müssen “Bürogummis” helfen, den letzten Schnee zusammenzukratzen.

Sonnenschein, elf Grad und dies kurz vor Weihnachten – für Wintermuffel traumhafte Bedingungen. Weniger Freude haben die Bergbahnen und Sportdestinationen in der Ostschweiz und in Graubünden. Da Frau Holle mindestens bis Ende Jahr ihren Dienst quittiert hat und weit und breit kein Schneefall in Sicht ist, sehen sich die Anbieter gezwungen, Massnahmen zu ergreifen, um die drohenden Umsatzeinbussen einigermassen aufzufangen.

Auf dem Pizol müssen alle anpacken

Bei den Pizolbahnen liegt zwar noch ein bisschen Schnee – und die Pisten sind für die geringen Mengen in einem erstaunlichen guten Zustand, wie Marketingleiter Simon Meyer betont. Dennoch: Dem raren Gut muss man Sorge tragen. Auf dem Pizol bedeutet dies: alle Mitarbeiter, auch jene in den Büros, müssen anpacken, um Steine auf den Pisten zu entfernen oder Restschnee von den Seitenhängen auf die präparierten Bahnen zu schaufeln. Meyer hofft auf einen “Traumjanuar” mit genügend Schnee. “Es wird jedoch schwierig, das jetzige Umsatzloch noch zu stopfen.”

Auf dem Atzmännig greift man derweil zur gleichen Strategie wie bei der Kronbergbahn.”Weil an Schneesport derzeit nicht zu denken ist”, wie Geschäftsleiter Roger Meier sagt, wollen die St.Galler kurzerhand ebenfalls auf Sommerbetrieb umstellen. “Wir prüfen, ob wir ab Weihnachten die Rodelbahn wieder in Betrieb nehmen”, so Meier.

Immerhin scheint die Sonne

Auch bei Tourismus Chur macht man das beste aus der misslichen Situation. Statt Skifahrer locken die Bündner nun Mountainbiker auf den Hausberg – mit Erfolg, sagt Direktorin Leonie Liesch. Tourismusfachleute sind per se Optimisten. Das Glas ist für sie häufig halb voll. So sagt Leonie Liesch: “Es fehlt zwar der Schnee, doch wenigstens scheint die Sonne.” (red)

 

 


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