Souverän, aber nicht überraschend

Von René Rödiger
Am OpenAir St.Gallen geht es nicht nur um die Musik.
Am OpenAir St.Gallen geht es nicht nur um die Musik. © Peer Füglistaller/St.Galler Tagblatt
Die Reaktionen auf die 1sten Bands am OpenAir St.Gallen sind mehrheitlich positiv. Die Veranstalter haben zwar geschickt programmiert, nur fehlt dem Festival noch die Seele. 1 Kommentar.

Mit den Namen der 1sten rund 30 Bands am OpenAir St.Gallen gehen die Veranstalter 1 konservativen Weg. Die Perlen, die noch entdeckt werden wollen, fehlen bisher. Das ist in dieser frühen Phase kurz vor dem Start des Ticketverkaufs auch nicht schlimm oder überraschend.

Radiohead spielen am OpenAir St.Gallen diesen Sommer exklusiv in der Schweiz und im näheren Ausland. Nur schon mit diesem Headliner und dieser Ausgangslage wird wohl die Hälfte aller Tickets für das Festival weg sein.

Doch damit nicht genug: Mumford & Sons (2012), Deichkind (2008) oder Two Door Cinema Club (2012) sind Rückkehrer im Sittertobel. Die Fans haben Erinnerungen an diese Auftritte und verknüpfen schöne OpenAir-Erlebnisse damit. Natürlich will man diese Emotionen nochmals durchleben und kauft sich 1 Ticket. Mit Fettes Brot haben die Veranstalter offenbar ihre heimliche Jubiläumsband gefunden: Die Jungs aus Hamburg durften schon 1996 bei der 20. und 2006 bei der 30. Ausgabe des Festivals auftreten.

Angereichert wird dieser erste Band-Reigen durch Musikerinnen und Musiker, die schon 1em breiteren Publikum bekannt sind, aber noch nicht den grossen Durchbruch hatten.

Ja, das Programm bietet schon einiges. Aber leider auch noch keine grossen Überraschungen. Den Veranstaltern kann dies natürlich nicht verübelt werden – sie müssen die Tickets verkaufen, damit in 1em zweiten Schritt auch die Perlen, Entdeckungen, die künftigen Erinnerungen an grosse Konzerte gebucht werden können. Nur mit diesen können keine 30’000 Tickets verkauft werden.

Das Gerüst für 1 gelungenes OpenAir steht. 1 Festival lebt aber nicht nur von diesem Gerüst. Jetzt braucht es die Bands, die erst entdeckt werden wollen. Und kommt noch die unvergleichliche Stimmung im Sittertobel dazu, die vielen Begegnungen mit bekannten und unbekannten Menschen, dann erhält das OpenAir auch noch die Seele. Dass dies den Veranstaltern dieses Jahr wieder gelingt, daran zweifeln wir nicht.

Wir freuen uns auf jeden Fall schon mal über die 1sten Namen!


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