SP muss in der Waadt einen Nationalratssitz an die FDP abtreten

In der Waadtländer Nationalratsdelegation hat die SP einen Sitz an die FDP verloren. Im Bild die Kantonshauptstadt Lausanne. (Archiv)
In der Waadtländer Nationalratsdelegation hat die SP einen Sitz an die FDP verloren. Im Bild die Kantonshauptstadt Lausanne. (Archiv) © KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA BELLA
Auch in der Waadt haben die Bürgerlichen auf Kosten der Linken zulegen können. Die SP verlor einen Nationalratssitz an die FDP. Im Ständerat steht das rot-grüne Duo Géraldine Savary und Luc Recordon an der Spitze. Beide müssen aber in den zweiten Wahlgang.

Nach dem Verlust eines Sitzes kommen sowohl die FDP wie auch die SP neu auf je fünf Sitze. Die SVP blieb bei vier Sitzen, die Grünen bei zwei und die Grünliberalen und die CVP bei je einem Mandat.

Die SP konnte den Sitz des zurückgetretenen Nationalrats Eric Voruz nicht verteidigen. Gewählt sind die Bisherigen Ada Marra, Roger Nordmann, Rebecca Ruiz, Cesla Amarelle sowie Géraldine Savary. Der Bisherige Jean Christophe Schwaab dürfte nachrücken, wenn Savary die Wiederwahl in den Ständerat schafft.

Die FDP gewann einen der beiden 2007 verlorenen Sitze zurück. Wiedergewählt wurden Isabelle Moret, Olivier Français und Olivier Feller. Trotz des Sitzgewinns der FDP wurde der bisherige Nationalrat Fathi Derder abgewählt.

Er landete nur auf dem sechsten Platz. Vor ihm platzierten sich Frédéric Borloz und Laurent Wehrli. Damit vertreten der Stadtpräsident von Aigle und Präsident der FDP Waadt – Frédéric Borloz – sowie Laurent Wehrli, der Stadtpräsident von Montreux, die FDP Waadt neu in der grossen Kammer.

Eine Überraschung gab es auch bei der SVP. Nach den erneut gewählten Guy Parmelin und Jean-Pierre Grin schaffte es der weitgehend unbekannte Landwirt Jacques Nicolet auf den dritten Platz. Vierter Nationalrat der SVP wird Michaël Buffat.

Die SVP-Parteipräsidentin und Spitzenkandidatin Fabienne Despot landete abgeschlagen auf Platz Neun der Liste – und zahlte wohl Tribut für die Abhör-Affäre und die internen Grabenkämpfe im Sommer. Sie sei zweifellos abgestraft worden, aber das sei nicht unbedingt vorhersehbar gewesen, sagte Despot am Abend nach der Wahl.

Auch auf den zwei Nationalratssitzen der Grünen kam es zu einer Rochade. Der Stadtpräsident von Lausanne, Daniel Brélaz, landete nach Ständerat Luc Recordon auf dem zweiten Platz und kehrt damit nach Bundesbern zurück. Er war bereits zwischen 1979 und 1989 sowie zwischen 2007 und 2011 im Nationalrat.

Wenn Recordon im zweiten Wahlgang der Ständeratswahlen seinen Sitz verteidigen kann, ist auch die Co-Präsidentin der Grünen Schweiz, Adèle Thorens, wiedergewählt. Seinen Sitz nicht verteidigen konnte jedoch der zweite Bisherige der Grünen, Christian Van Singer.

Die einzige Grünliberale Nationalrätin in der Westschweiz, Isabelle Chevalley, wurde wiedergewählt. Bei der CVP tritt der ehemalige Post-Verwaltungsratspräsident Claude Béglé die Nachfolge von Jacques Neirynck an.

Keine Chance hatte die BDP-Kandidatin und Marche-Blanche-Gründerin Christine Bussat. “Ich mache eine bessere Arbeit ausserhalb des Parlaments”, sagte Bussat, die mit der Pädophilen-Initiative (2008) sowie jener zur Unverjährbarkeit pornographischer Straftaten an Kindern bereits nationale Abstimmungserfolge hatte feiern können. Die Wahlbeteiligung lag bei 42,93 Prozent.

Die beiden Waadtländer Ständeratssitze werden erst im zweiten Wahlgang am 8. November vergeben. Im ersten Wahlgang verpassten alle 15 Kandidaten das absolute Mehr. An der Spitze lagen die Bisherigen Géraldine Savary (SP) und Luc Recordon (Grüne).

Das Spitzenresultat erzielte Savary mit 72’985 Stimmen vor ihrem Mitstreiter Recordon, der 68’339 Stimmen erhielt. Das rot-grüne Duo verpasste jedoch das absolute Mehr von 88’189 Stimmen.

Hinter den Bisherigen lag der FDP-Herausforderer Olivier Français mit 54’439 Stimmen, vor den beiden SVP-Kandidaten Michaël Buffat (32’271 Stimmen) und Fabienne Despot (29’737).

In einem zweiten Wahlgang dürften die Bürgerlichen die Bisherigen nur mit einer Allianz in Bedrängnis bringen können. Der FDP-Kandidat Olivier Français zeigte sich zuversichtlich in Sachen Schulterschluss.

Das sorgte für Kopfschütteln bei der SVP, weil ihr die FDP im Vorfeld der Wahlen die traditionelle Listenverbindung im Nationalrat aufgekündigt hatte. Die SVP will am Montagabend über die Strategie für den zweiten Wahlgang entscheiden.

(SDA)


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