Space-Klamotten für den Kleiderschrank der Zukunft

Was der Kleiderschrank von Astronauten hergibt, ist zwar funktionell, aber nicht gerade schick. Die Raumfahrt soll dennoch die Mode der Zukunft inspirieren.
Was der Kleiderschrank von Astronauten hergibt, ist zwar funktionell, aber nicht gerade schick. Die Raumfahrt soll dennoch die Mode der Zukunft inspirieren. © ESA
Die Technik aus der Raumfahrt könnte eines Tages Einzug in unsere Kleiderschränke halten. Designstudenten haben ihre Ideen zu einer Mode der Zukunft im Science Museum London gezeigt.

Mode kann so schön sein – und häufig ist sie zugunsten des Aussehens wenig funktional. Denkt man an Kleidung für Astronauten, ist es genau umgekehrt: Viel Funktion, optisch nicht unbedingt ansprechend. Dass das auch anders geht, zeigen Science-Fiction-Filme. Aber könnte die Zukunftsfiktion auch Realität im irdischen Kleiderschrank werden?

Wie das aussehen könnte, haben Studierende führender Hochschulen für Modedesign am Mittwochabend mit einer galaktischen Modenschau im Londoner Science Museum bewiesen.

Vom Weltraum inspiriert

Im Rahmen ihres Design-Projekts “Couture in Orbit” schickten sie Models in teils farbenfrohen und vom Weltraum inspirierten Kollektionen auf den Laufsteg. Das europaweite Projekt ist eine Zusammenarbeit von Modedesign-Hochschulen aus Berlin, Paris, London, Mailand und Kopenhagen mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA.

“Die meisten Sachen sind dafür gedacht, die Space-Technologie auf die Erde zu bringen”, sagte Sarah Grepl, Studentin der beteiligten Esmod International University of Art for Fashion in Berlin. In anderen Worten: “Couture in Orbit” soll zeigen, wie modernste Technologien aus dem Weltraum in Alltags-Kleidung integriert werden können – und das Ganze auch noch gut aussieht.

“Wir wollen mit diesem Projekt die Technologie erkunden und Mode in einem anderen Kontext sehen. Das Ganze hat quasi Vorentwicklungscharakter, könnte aber so produziert werden”, erklärte Professor Ramiro Alvarado, Studiengangsleiter in Berlin.

Solarzellen und Sensoren

Um Wissenschaft und Mode künstlerisch zu kombinieren, orientierten sich die Studierenden an Experimenten von ESA-Astronauten. Die Berliner Gruppe bearbeitete schwerpunktmässig die Themen Erdbeobachtung und Klimawandel.

Studentin Grepl kreierte einen Zweiteiler, bestehend aus einer Art dunklem Ganzkörperanzug und halbseitigem, hellblauem Umhang. Der Anzug soll temperaturregulierende Materialien und Solarzellen enthalten. Ausserdem soll er mit Sensoren zur Bewegungsmessung und dämpfenden Werkstoffen ausgestattet sein, um den Träger zu schützen und Unfälle zu verhindern.

Noch sind die Kleidungsstücke der Modestudenten Prototypen ohne die geplanten High-Tech-Elemente. Teilweise verwendeten die jungen Designer aber bereits Stoffe, die auch für Raumanzüge genutzt werden. Eines der Ziele des Projekts: Die multifunktionale Hightech-Mode könnte sowohl das Leben als auch den Inhalt der Kleiderschränke leichter machen.

(SDA)


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