St. Gallen scheitert im Super-League-Duell mit Luzern

Edgar Salli von St. Gallen (rechts) im Luftduell gegen Migjen Basha von Luzern.
Edgar Salli von St. Gallen (rechts) im Luftduell gegen Migjen Basha von Luzern. © KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Nach den Grasshoppers scheidet St. Gallen als zweiter Super-League-Klub aus dem Schweizer Cup aus. Die Ostschweizer verlieren in den Achtelfinals daheim das Super-League-Duell mit Luzern 2:3. Die ersten vier Tore in St. Gallen fielen in den ersten 39 Minuten.

Die Luzerner führten rasch 2:0 und stellten das Weiterkommen durch Jérôme Thiessons 3:1 bereits nahezu sicher. Das 2:3 von Dzengis Cavusevic fiel aus St. Galler Sicht zu spät, nämlich erst nach 92 Minuten.

Das knappe Resultat täuscht. Luzern hätte das einseitige Duell weit deutlicher entscheiden müssen. Zu inferior und unausgewogen war das zusammenhanglose St. Gallen. Sein neuer Trainer Joe Zinnbauer hat das bislang wichtigste Spiel seines Wirkens in der Ostschweiz verdient verloren und im ersten Vergleich mit seinem bayrischen Trainer-Antipoden Markus Babbel klar den kürzeren gezogen. Seine Dispositionen, vor allem im offensiven Spielzentrum, waren fragwürdig.

St. Gallen präsentierte sich vor spärlichem Anhang äusserst verunsichert, teils desolat. Zinnbauer hatte gegenüber dem glückhaften 2:2 in Zürich vier Umstellungen vorgenommen, die ihre Wirkung verfehlten. Vor allem in den ersten 23 Minuten war St. Gallen gar nicht im Bilde, suchte seine Positionen und liess jegliche Zuordnung und die geforderte Entschlossenheit vermissen. Jeder Zweikampf wurde verloren. Der gut strukturierte FC Luzern konnte nach Belieben schalten und walten und riss sowohl über beide Flanken als auch durch die Mitte Löcher in der zu wenig energischen St. Galler Abwehr auf.

Der FC Thun konnte als klarer Favorit beim Promotion-League-Team Wettswil-Bonstetten nur mit Mühe eine Überraschung abwenden. Für das schon in der Pause bestehende 2:1 brauchte es zwei Tore des Luzerners und gebürtigen Kongolesen Ridge Munsy.

5800 Zuschauer bescherten dem Sportplatz in Muttenz einen Rekord. Die zur Hauptsache mit Spielern der zweiten Garde angetretenen Schweizer Meister vom FC Basel liessen gegen die Mannschaft aus der interregionalen 2. Liga indessen keine Sensation zu. Zuletzt stand es 5:1.

Weiterhin im Wettbewerb ist der FC Köniz aus der Promotion League. Nach dem sensationellen Weiterkommen gegen die Grasshoppers schalteten die Berner diesmal einen bescheideneren Gegner aus. Sie siegten beim interregionalen Zweitligisten Red Star Zürich 2:1.

Die weiteren vier Cup-Achtelfinals finden am Donnerstag statt. Im Programm steht unter anderem das Schlagerspiel Young Boys – Zürich. Cupsieger Sion tritt beim Challenge-League-Vertreter Schaffhausen an.

St. Gallen – Luzern 2:3 (1:3)

6081 Zuschauer (Saison-Minusrekord). – SR Bieri. – Tore: 13. Fandrich 0:1. 23. Schneuwly (Basha) 0:2. 24. Lang 1:2. 39. Thiesson (Basha) 1:3. 92. Cavusevic 2:3.

St. Gallen: Herzog; Hefti, Russo, Gelmi, Angha; Everton; Tafer (69. Aratore), Mutsch, Wiss (11. Janjatovic, 66. Cavusevic)), Lang; Salli.

Luzern: Zibung; Schachten, Affolter, Puljic, Thiesson; Kryeziu (91. Arnold), Basha; Fandrich (73. Haas), Freuler, Jantscher (86. Hyka); Schneuwly.

Bemerkungen: St. Gallen ohne Aleksic, Gotal, Dziwniel und Lässer (alle verletzt), Facchinetti, Eisenring und Mathys (alle nicht im Aufgebot). Luzern ohne Lezcano (gesperrt), Sarr und Brandenberger (beide verletzt), Lustenberger und Oliveira (beide nicht im Aufgebot). 72. Freistoss von Jantscher an die Latte. Verwarnungen: 50. Everton (Foul). 75. Basha (Foul). 77. Aratore (Reklamieren). 78. Salli und Jantscher (beide Foul). 88. Kryeziu (Spielverzögerung).

(SI)


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