St.Gallen schockt YB in der Nachspielzeit

Karim Haggui bekommt von uns eine genügende Note.
Karim Haggui bekommt von uns eine genügende Note. © KEYSTONE/Anthony Anex
Nach einem verrückten Spiel mit zahlreichen Chancen hüben wie drüben nimmt der FC St.Gallen dank einem Tor in der Nachspielzeit doch noch einen glücklichen Punkt in die Ostschweiz mit. Der kosovarische Nationalspieler Albert Bunjaku ermöglicht den Espen mit seinem Treffer eine Minute vor Spielende einen versöhnlichen Abschluss in einem Spiel, in dem beide Abwehrreihen alles andere als souverän agieren. Hier die Spielerbewertung.

Tor

Daniel Lopar: Note 6,0. Eigentlich ein Wahnsinn, bei zwei Gegentoren die Maximalnote zu vergeben – Daniel Lopar verdient sie aber auf jeden Fall! Sensationelle Paraden beinahe im Minutentakt, und bei den beiden Gegentoren wird er sträflich allein gelassen von seinen Mitspielern.

Verteidigung

Kofi Schulz: Note 3,0. Hat stark begonnen und einige Male mit resolutem Körpereinsatz geklärt – so macht man sich beim St.Galler Publikum beliebt! In der zweiten Halbzeit baute er aber leider stark ab und stand oft am falschen Ort.

Alain Wiss: Note 3,0. Kein gutes Spiel von ihm, war oft zu weit weg vom Mann und wenig ballsicher. Fragt sich, weshalb er trotzdem für den zuvor überzeugenden Roy Gelmi spielen durfte.

Karim Haggui: Note 4,0. Trotz Maske mit starkem Kopfballspiel, besonders bei hohen Bällen ist er sehr wertvoll. Die Defizite in der Geschwindigkeit fallen aber gerade gegen schnelle und trickreiche Gegenspieler wie Yuya Kubo trotzdem immer wieder auf.

Silvan Hefti: Note 4,5. Auch heute wieder bester Mann in der oftmals indisponierten St.Galler Abwehrreihe. Schaltete sich als einziger Verteidiger auch ab und zu auch erfolgreich ins Offensivspiel ein.

Mittelfeld

Andreas Wittwer: Note 3,5. Bei ihm merkt man schon, dass er kein gelernter Mittelfeldspieler ist. Hat einmal schön Bunjaku lanciert – das wars auch schon bezüglich seiner Offensivleistung. Defensiv dafür ohne grosse Fehler.

Gianluca Gaudino: Note 3,0. Auch er zeigte heute eher ein bescheidenes Spiel und hatte ungewöhnlich viele Ballverluste. Mit solchen Leistungen rückt eine Karriere bei den Bayern in weite Ferne, dafür bleibt er aber dem FCSG vielleicht noch ein wenig länger erhalten.

Mario Mutsch: Note 4,5. Kampfstark wie immer, heute auch wesentlich ballsicherer als sein Kollege Gaudino. Sicher ein Empfehlungsschreiben für weitere Einsätze, nachdem er zuletzt kaum mehr zum Zuge gekommen war.

Marco Aratore: Note 4,5. Seine Batterien sind scheinbar nie leer, exemplarisch dafür sein Energieanfall vor dem Ausgleichstor. Kämpfte nicht immer glücklich, ist aber nie gänzlich auszuschalten und war an quasi jeder Offensivaktion seines Teams beteiligt

Sturm

Albert Bunjaku: Note 5,0. Zeigte eine insgesamt gute Leistung, nur an der Effizienz dürfte er noch arbeiten. Kam zu einigen Chancen und hätte locker mehr als ein Tor schiessen können.

Roman Buess: Note 5,5. War immer anspielbar und dank seiner hervorragenden Physis von der Berner Abwehr zu keiner Zeit kontrollierbar. Heute auch spielerisch besser als auch schon, konnte den Ball meist gut halten und zielgerichtet weiterleiten.

FM1Today-Teamschnitt (Durchschnitt aller benoteten Spieler): 4,2

Fazit: Auch wenn der Auswärtsfluch im Stade de Suisse, wo man seit der Eröffnung im Jahr 2005 nie gewinnen konnte, nicht durchbrochen werden konnte, dürfen die Espen trotzdem mit erhobenem Haupt in die Ostschweiz zurückkehren. Die Offensive zeigte sich stark verbessert im Vergleich zu den vorigen Spielen und zeigte endlich einmal gute Spielzüge über mehr als zwei Stationen. Nur die Defensive macht noch Sorgen, auch gegen einen sicherlich individuell sehr starken Gegner dürfen nicht derart viele Chancen zugelassen werden.

(Johannes Graf)


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