St.Gallen zentralisiert die Gefängnisse

Das Regionalgefängnis Altstätten soll um einen Neubau erhalten und zu einem von drei zentralen Gefängnissen des Kantons werden.
Das Regionalgefängnis Altstätten soll um einen Neubau erhalten und zu einem von drei zentralen Gefängnissen des Kantons werden. © PD
In Zukunft will der Kanton St.Gallen nur noch drei Gefängnisse: Altstätten, St.Gallen und Uznach. Kleinere Gefängnisse in Flums, Widnau oder Bazenheid werden geschlosssen. Das Gefängnis Altstätten soll jetzt für rund 80 Millionen Franken ausgebaut werden.

Die Gefängnislandschaft im Kanton St.Gallen wird sich, wenn es nach den Plänen des Regierungsrats geht, in den nächsten Jahren grundlegend ändern. Zurzeit gibt es im Kanton St.Gallen neben den beiden Massnahmezentren Saxerriet und Bitzi acht klassische Gefängnisse.

Anforderungen steigen

«Viele Einrichtungen sind zu klein. Sie können die gestiegenen Anforderungen an die Haft nur unzureichend erfüllen», sagt Regierungsrat Marc Mächler. Deshalb soll es in Zukunft nur noch drei Gefängnisse im Kanton geben: In Altstätten, St.Gallen und Uznach. Die bestehenden kleineren Gefängnisse wie Flums, Widnau, Bazenheid, Gossau oder auch das Karlstor in St.Gallen sollen geschlossen werden (mehr dazu im letzten Abschnitt).

Umbau und Neubau in Altstätten

Als erstes will der Kanton das Regional-Gefängnis in Altstätten umbauen und auf dem Areal einen zweistöckigen Neubau aufstellen. Die Gesamtinvestitionen dafür betragen 83 Millionen Franken. Daran leistet der Bund voraussichtlich einen Beitrag von 22,8 Millionen. Über den Kantonsbeitrag von 60,2 Millionen berät der Kantonsrat im Verlaufe des Frühsommers 2018. Das letzte Wort hat das St.Galler Stimmvolk im November 2018. Stimmt das Volk zu, könnten die Arbeiten voraussichtlich 2019 starten und 2024 abgeschlossen werden.

Novum im Gefängnisbau

«Der Bau wird schweizweit ein Novum, weil es der erste Gefängnisbau ist, bei dem die neuen Bundesvorschriften für Gefängnisse baulich umgesetzt werden müssen», sagt Marc Mächler. «Dies macht die Vorlage auch teurer im Vergleich zu früherer Gefängnisbauten»

Kleine Gefängnisse nicht zeitgemäss

Kleinere Gefängnisse machen keinen Sinn mehr, weil sie nicht wirtschaftlich betrieben werden können. Zum Beispiel, muss für wenige Insassen ein 24-Stunden-Betrieb mit hohen personellen und technischen Anforderungen vorhanden sein. Das ist zu teuer. «Die kleineren Gefängnisse in Widnau, Flums, Bazenheid und Gossau könnten durch die Erweiterung in Altsätten aufgehoben werden», teilt die Regierung mit.

Zweigeschossiger Neubau

Neben der Erneuerung der Anlage in Altsätten soll ein zweigeschossiger Neubau auf dem Gelände gebaut werden. Neu wird die Anlage 124 Gefängnisplätze statt heue 45 Plätze anbieten können. Auch werden zusätztliche Räume für die Staatsanwaltschaft geschaffen werden.

Die Pläne für die Erweiterung des Gefängnisse stehen fest - hier das Modell.

Die Pläne für die Erweiterung des Gefängnisse stehen fest – hier das Modell. ©PD

Im zweigeschossigen Neubau wird die Nutzfläche des Gefängnisses um 7300 Quadratmeter vergrössert. Der Neubau ist so geplant, dass er flexibel erweitert werden kann, falls sich die Platzierungsbedürfnisse im Laufe der Zeit ändern.

Gefängnisneubau auch in St.Gallen geplant

Auch die Hauptstadt St.Gallen braucht mittelfristig ein neues Gefängnis: Das altehrwürdige «Karlstor» soll aufgehoben werden. «Es entspricht den zeitgemässen Gefängnisanforderungen überhaupt nicht mehr», sagt Mächler. Erste Ideen sehen vor, das «Karlstor» in ein neues Verwaltungszentrum im Western der Stadt St.Gallen zu integrieren. Hier soll auch der dringend notwendige Neubau der Notrufzentrale, der sich zurzeit im Pfalzkeller befindet, entstehen. Das Gefängnis Uznach wird in seiner heutigen Form bestehen bleiben.

(agm)


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